Der „Mord in Kehrsatz“ aus dem Jahr 1985 gilt als einer der bekanntesten und umstrittensten Kriminal- und Justizskandale in der Geschichte der Schweiz.
Am 1. August 1985 (dem Schweizer Bundesfeiertag) machten die Eltern eine grausame Entdeckung im Keller eines Einfamilienhauses in Kehrsatz (Kanton Bern). Sie fanden die Leiche der 24-jährigen Christine Zwahlen. Sie lag nackt, gefesselt und erschlagen in der hauseigenen Tiefkühltruhe. Der Todeszeitpunkt wurde rückwirkend auf die Nacht vom 26. auf den 27. Juli 1985 datiert.
Der Fall entwickelte sich schnell zu einem beispiellosen Drama innerhalb der Schweizer Justizbehörden:
- []Die Verhaftung: Ihr Ehemann, der Sanitärzeichner Bruno Zwahlen, geriet sofort unter dringenden Tatverdacht. Er pflegte eine außereheliche Affäre und stand kurz vor einer Scheidung.
[]Das erste Urteil (1987): In einem reinen Indizienprozess wurde Bruno Zwahlen vom Geschworenengericht wegen Mordes zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Er beteuerte stets seine Unschuld. Die Ermittler hatten sich sehr früh auf ihn als Täter fixiert und entlastende Spuren vernachlässigt.
[]Die Medienwende: Der Journalist Hanspeter Born rollte den Fall in der Wochenzeitung Weltwoche neu auf. Er deckte gravierende Ermittlungsfehler, methodische Mängel der Berner Justiz und Unstimmigkeiten beim Todeszeitpunkt auf.
[]Der Freispruch (1993): In einem spektakulären Revisionsprozess wurde Bruno Zwahlen nach über fünf Jahren Haft nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten) freigesprochen und entlassen.
Der Mord an Christine Zwahlen ist bis heute ungeklärt. Da kein anderer Täter ermittelt wurde und der Fall rechtlich zu den Akten gelegt wurde, bleibt das Verbrechen ein Cold Case.
Für sachdienliche Hinweise oder neue Informationen zu ungeklärten Kriminalfällen im Kanton Bern kann die zuständige Polizei kontaktiert werden:
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https://www.bluewin.ch/de/news/bruno-zw ... -li.104937
https://www.jk-svb.ch/files/Mord-in-Keh ... -heute.pdf