Der mysteriöse Mord an der 60-jährigen evangelischen Pastorin Waltraud Peper im Spätsommer 1988 im DDR-Grenzgebiet gehört zu den rätselhaftesten Kriminalfällen der deutschen Vorwendezeit. Bis heute ist ungeklärt, wer die regimekritische Theologin erschlug und ob politische Motive eine Rolle spielten.
Tatzeitraum: Vermutlich um den 17. August 1988 (nach einer Urlaubsreise verschwunden).
Heimatort: Wernigerode (Sachsen-Anhalt).
Leichenfundort: Am 4. September 1988 entdeckten Schülerinnen ihre Leiche in einem Waldstück bei Schierke (Ostharz) – versteckt unter einem Reisigbündel im damaligen DDR-Sperrgebiet.
Todesursache: Die Ermittlungen ergaben, dass sie brutal erschlagen und die Leiche nachträglich am Fundort abgelegt wurde. Ein Sexualdelikt wurde ausgeschlossen.
Der Fall wirft aufgrund der damaligen politischen Umstände in der DDR viele Fragen auf:
Das Sperrgebiet: Der Fundort bei Schierke lag direkt am Fuße des Brockens im streng bewachten Grenzsperrgebiet der DDR. Ohne Passierschein war der Zugang für normale Bürger unmöglich.
Das MfS im Fokus: Waltraud Peper galt als unbequem, hochgebildet und besaß weltweite Kontakte. Daher war sie ein „interessantes Objekt“ für das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi).
Behindertes Verfahren: Zeugenberichten zufolge kamen sich die Volkspolizei und die Stasi bei den damaligen Ermittlungen massiv ins Gehege, was eine lückenlose Aufklärung verhinderte.
Wer ermordet die Pastorin
Hinweis: Der Fall wurde nach der Wende von den deutschen Justizbehörden erneut aufgerollt, konnte jedoch mangels verwertbarer Spuren und Aktenvernichtungen nicht mehr gelöst werden.