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• Die 30-jährige Annegret W. befand sich am Vormittag des 18. September 1987 mit ihrem zweijährigen Sohn allein in ihrer Neuköllner Wohnung. Ihr älterer, sechsjähriger Sohn war zu dieser Zeit außer Haus.
• Der Täter verschaffte sich Zutritt zur Wohnung – Ermittler gehen davon aus, dass das Opfer den Angreifer freiwillig hereinließ oder flüchtig kannte.
• In der Wohnung kam es zu einem massiven Gewaltverbrechen: Der Täter versuchte mutmaßlich, die Frau zu vergewaltigen, verletzte sie mit Messerstichen und strangulierte sie schließlich mit einem Pullover.
• Das Opfer verstarb noch am Tatort. Besonders tragisch: Ihr zweijähriger Sohn musste die gesamte Tat im selben Raum mit ansehen und wurde später traumatisiert neben der Leiche seiner Mutter aufgefunden.
• Der jahrzehntelange Stillstand: Trotz intensiver Spurensicherung konnte der Fall Ende der 1980er Jahre nicht gelöst werden. Der damalige Chefermittler quittierte Jahre später unter dem Eindruck des Falls den Dienst bei der Mordkommission.
• Der DNA-Treffer (2018): Über 30 Jahre nach der Tat führte eine moderne molekularbiologische Nachuntersuchung der Asservate zu einem Treffer in der DNA-Datenbank. Am Tatort-Pullover wurde die DNA des polizeibekannten Klaus R. isoliert, der ein Bekannter des Opfers war.
• Das Urteil & die Wende (2019–2021):
- Im September 2019 verurteilte das Landgericht Berlin den damals 61-jährigen Klaus R. wegen Mordes zu lebenslanger Haft.
- Der Bundesgerichtshof (BGH) hob dieses Urteil jedoch wegen rechtlicher Begründungsmängel im Juni 2020 wieder auf.
- Im Januar 2021 endete der anschließende Revisionsprozess vor dem Landgericht Berlin mit einem Freispruch für Klaus R. Obwohl seine DNA am Tatort nachgewiesen wurde, reichte diese Spur laut Gericht nicht als alleiniger, zweifelsfreier Beweis für die Täterschaft aus, da ein alternativer Übertragungsweg im Vorfeld der Tat nicht gänzlich ausgeschlossen werden konnte.
1. Wer hat am 18. September 1987 im Bereich der Innstraße in Berlin-Neukölln zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr verdächtige Personen im oder vor dem Wohnhaus gesehen?
2. Gibt es Personen aus dem damaligen Bekanntenkreis von Annegret W., die Berichte über Konflikte, Geldforderungen oder aufdringliche Bekannte im Sommer/Herbst 1987 parat haben?
3. Wer kann Angaben zu Besuchern machen, die in den Wochen vor der Tat regelmäßig in der Wohnung von Annegret W. verkehrten?
Der Fall wird weiterhin als ungelöster Cold Case geführt.
Polizei Berlin – Landeskriminalamt (LKA) / Mordkommission
Link:
https://www.jura.cc/rechtstipps/freispr ... jahr-1987/
https://www.berliner-zeitung.de/article ... den-103783