• Am Morgen des 25. Juli 1966 wurde die teilweise entkleidete Leiche der Prostituierten Luise Nährlich im Berliner Tiergarten aufgefunden. Die Obduktion ergab, dass sie erwürgt worden war.
• Die Ermittlungen der Berliner Mordkommission konzentrierten sich schnell auf das Berliner Rotlichtmilieu und die nächtlichen Kundenkontakte des Opfers.
• Der Fall nahm eine dramatische Wendung, als eine Kollegin der Toten aussagte, Luise Nährlich sei kurz vor ihrem Verschwinden am Savignyplatz in einen weißen Alfa Romeo Giulia eingestiegen. Ein solches, damals seltenes Fahrzeug wurde vom Kabarettisten Dieter Hallervorden gefahren, der zudem angab, in besagter Nacht in der Gegend gewesen zu sein, um nach einer Prostituierten Ausschau zu halten.
• Hallervorden wurde im August 1966 mitten während des Betriebs seines Kabaretts „Die Wühlmäuse“ verhaftet. Nach einer tagelangen Medienhetze, in der Boulevardmedien ihn bereits vorverurteilten, hob ein Gericht den Haftbefehl wegen mangelnder Beweise auf. Das Verfahren wurde ein Jahr später endgültig eingestellt. Der wahre Mörder wurde nie gefasst.
• Name: Luise Anna Auguste Nährlich (geb. Löhnert)
• Todesumstände: Erwürgt, halbnackt abgelegt in einer Parkanlage
1. Welche alternativen Spuren im Berliner Rotlichtmilieu der 1960er Jahre wurden von der Polizei vernachlässigt, nachdem man sich zu schnell auf Hallervorden fokussiert hatte?
2. Gibt es Erkenntnisse darüber, ob Luise Nährlichs Fall mit anderen unaufgeklärten Prostituiertenmorden in Berlin aus dieser Ära (z.B. Gisela Herold 1965) im Zusammenhang gestanden haben könnte?
3. Wie bewertet ihr den medialen Umgang im Jahr 1966, der Hallervordens Karriere fast dauerhaft zerstört hätte?
Polizeipräsidium Berlin (Zentralkartei für Altfälle / Cold Cases)
Link:
https://www.focus.de/wissen/kriminalita ... 02692.html