Cold Case: Der Mord an Gisela Gräff / „Boutique Girl“ (1976)
▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬Die BWL-Studentin Gisela Gräff arbeitete nebenbei in der Boutique „Girl“ in Gelsenkirchen-Buer, die einer Freundin gehörte. Am Freitag, dem 2. Januar 1976, machten die Frauen gemeinsam Inventur. Nach Ladenschluss fasste Gisela den folgenschweren Entschluss, allein im Geschäft zu bleiben, um noch weiterzuarbeiten. Gegen 14:00 Uhr drang der Täter in die Boutique ein. Er verübte ein brutales Gewaltverbrechen, bei dem die junge Frau getötet wurde. Ein sexuelles Motiv stand im Vordergrund.
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- Die Schaufensterpuppen-Täuschung: Der Mörder drapierte die Leiche nach der Tat so unauffällig im hinteren Teil des Verkaufsraums, dass Passanten, die durch das Schaufenster blickten, den Körper zunächst stundenlang für eine umgefallene oder dekorierte Schaufensterpuppe hielten.
- Die Paralleeltat im selben Viertel: Nur kurze Zeit nach dem Mord ereignete sich im selben Stadtteil eine weitere, sehr brutale Vergewaltrung an einer Frau. Der Täter dieser zweiten Tat konnte im Juli 1976 gefasst werden. Trotz intensiver Verhöre und Ermittlungen stellte sich jedoch heraus, dass er für den Mord an Gisela Gräff nicht infrage kam.
Der Fall wirbelte im Ruhrgebiet viel Staub auf und führte zu einer groß angelegten Kriminalfahnung:
- Aktenzeichen XY: Am 4. Juni 1976 wurde der Fall als Filmfall von der Kripo Gelsenkirchen in der ZDF-Sendung vorgestellt. Die Ermittler suchten insbesondere nach Kunden, die am Tattag vor 14:00 Uhr in der Boutique einkauften.
- Der auffällige Hund: Im Umfeld des Tatorts wurde im fraglichen Zeitraum ein Mann beobachtet, der einen auffallend hässlichen Hund (bzw. eine kräftige Rasse wie einen Rottweiler) ausführte. Da sich die Zeugin erst sehr spät meldete, konnte der Tierhalter nie identifiziert werden.
- Ermittlungsstand: Trotz Hunderter überprüfter Alibis und Zeugenhinweise konnte die Identität des Boutique-Mörders nie geklärt werden. Der Fall lagert bis heute als ungelöster Cold Case bei der Polizei Gelsenkirchen.
Sachdienliche Hinweise zu historischen Verbrechen im Stadtgebiet nimmt das zuständige Polizeipräsidium Gelsenkirchen unter der Rufnummer 0209 / 365-0 entgegen.
Eine detaillierte Rekonstruktion des Sendeberichts und der polizeilichen Chronologie bietet das ZDF-Fahndungsarchiv (Wikixy) zur historischen Sendung von 1976.