Der unvorstellbar grausame Mord an dem 55-jährigen Lagerarbeiter Bruno Kappi im Winter 1992 erschütterte die Stadt Siegen (Nordrhein-Westfalen) zutiefst. Der stark sehbehinderte Mann wurde mitten auf der Straße auf dem Weg zu seiner Frühschicht abgefangen und brutal zu Tode geprügelt. Da die Ermittler die mutmaßlichen Täter im rechtsextremen Skinhead-Milieu verorteten, ein rechtssicherer Beweis vor Gericht jedoch scheiterte, gilt das Verbrechen juristisch bis heute als ungesühnt.
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Der Aufbruch zur Arbeit: Am frühen Morgen des 15. Dezember 1992 war Bruno Kappi im Siegener Stadtteil Weidenau unterwegs. Er befand sich auf seinem alltäglichen Fußweg zu seiner Arbeitsstelle im örtlichen Einkaufszentrum.
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Absolute Hemmungslosigkeit: Am Rand des Einkaufszentrums am Übergang über die Sieg stießen die Täter auf den wehrlosen, fast blinden Mann. Sie schlugen ihn unvermittelt nieder, stießen ihn zu Boden und traktierten den Liegenden mit massiven Fußtritten gegen Kopf, Gesicht und Brust.
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Der qualvolle Tod: Die Gewalteinwirkung war so verheerend, dass für Bruno Kappi jede Rettung zu spät kam. Er erlag noch direkt am Tatort seinen schweren inneren Verletzungen und erstickte an seinem eigenen Blut.
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„Fun“ und blanker Hass als Motiv: Die Ermittlungen der Sonderkommission führten rasch in die rechte Szene. In der Tatnacht hatte im Umfeld eine rechte Skinhead-Party stattgefunden. Laut Staatsanwaltschaft suchten die betrunkenen Täter im Anschluss gezielt nach „Fun“ und ließen ihre ungezügelte Aggressionslust sowie eine tiefe Abneigung gegen Menschen mit Behinderungen an Kappi aus.
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Die Anklage der Skinheads: Zwei junge Männer aus der rechten Szene (damals 16 und 20 Jahre alt) wurden festgenommen und wegen des dringenden Tatverdachts angeklagt.
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Freispruch mangels Beweisen: Im anschließenden Gerichtsprozess konnte den Angeklagten die unmittelbare Tatausführung jedoch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Da verwertbare Sachbeweise fehlten und Zeugen schwiegen, endete das Verfahren mit einem Freispruch. Der Mord blieb juristisch ungesühnt.
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Opfer rechter Gewalt: Der Fall ereignete sich in einer Phase massiver rassistischer und rechtsradikaler Ausschreitungen im wiedervereinigten Deutschland (wie in Rostock-Lichtenhagen oder Mölln). Bruno Kappi wird von zivilgesellschaftlichen Organisationen wie der Amadeu Antonio Stiftung offiziell als Todesopfer rechter Gewalt gelistet.
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Ein Ort der Erinnerung in Siegen: Um das abscheuliche Verbrechen im kollektiven Gedächtnis zu verankern, kämpften Initiativen jahrelang für ein würdiges Gedenken. Am 32. Jahrestag der Tat, im Dezember 2024, wurde am Weidenauer Einkaufszentrum offiziell ein Gedenkort mit einer Bronzefigur eingeweiht.
Link:
https://nrw.dgb.de/presse/pressemitteil ... um-33-mal/
https://www.siwiarchiv.de/vor-30-jahren ... no-kappis/
https://blutspurencast.podigee.io/99-new-episode