Der unaufgeklärte Mord an dem 44-jährigen Tankwart Anton „Tony“ Verhaar im Herbst 1992 gehört zu den rätselhaftesten Verbrechen der Stuttgarter Kriminalgeschichte. Der zweifache Familienvater wurde am späten Abend mitten im Stuttgarter Stadtteil Degerloch nach seinem Feierabend regelrecht exekutiert. Da es sich um ein reines Distanztötungsdelikt handelte, bei dem der Täter aus der Entfernung agierte, stehen die Ermittler bis heute vor einem absoluten Rätsel.
__________________________________________________________________________________________
-
Die Tatzeit: Am späten Abend des 18. Oktober 1992 schloss Anton Verhaar gegen 22:35 Uhr die Shell-Tankstelle an der Oberen Weinsteige in Stuttgart-Degerloch nach seiner Schicht ab.
-
Der tödliche Treffer: Als der 44-Jährige nur wenige Meter neben der Tankstation auf dem Gehweg stand, fiel plötzlich ein Schuss aus dem Dunkeln. Verhaar wurde durch einen präzisen Schuss mitten ins Herz getroffen und brach sofort tödlich verletzt zusammen.
-
Besonderheit des Verbrechens: Kriminalistisch handelte es sich um ein sogenanntes Distanztötungsdelikt. Der Angreifer lauerte seinem Opfer nicht direkt auf, sondern schoss aus der Ferne. Dies machte die spätere Rekonstruktion und Spurensuche am unmittelbaren Auffindungsort extrem kompliziert.
-
Kein klassischer Raubmord: Da Anton Verhaar die Tageseinnahmen der Tankstelle zu diesem Zeitpunkt nicht bei sich trug und auch seine persönlichen Wertsachen unangetastet blieben, schied das klassische Motiv eines Raubüberfalls für die Ermittler schnell aus.
-
Die einzelne Patrone: Da es am Tatort kaum biologische Spuren, Kampfspuren oder brauchbare Zeugenaussagen gab, blieb die wichtigste Spur der Ermittler ein rein ballistisches Beweismittel: Die Patrone der Tatwaffe, die im Zuge der Spurensicherung und Obduktion geborgen werden konnte.
-
Belohnung ohne Erfolg: Unmittelbar nach der Tat setzten die Behörden eine Belohnung von 3.000 D-Mark für entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung aus. Da jedoch keine heiße Spur einging, musste das Geld bis heute nie ausgezahlt werden.
-
Unvergessener Altfall: Obwohl das Verbrechen bereits Jahrzehnte zurückliegt, verjährt Mord im deutschen Strafrecht nicht. Die Mordakte lagert in den Archiven der Stuttgarter Kriminalpolizei und wird im Rahmen moderner Cold-Case-Überprüfungen regelmäßig herangezogen.
-
Hoffnung auf Mitwisser: Die Ermittler setzen bei derartigen Taten darauf, dass sich nach so vielen Jahren die Lebensumstände oder das Gewissen von Beteiligten geändert haben könnten und doch noch ein entscheidender Hinweis eingeht.
link
https://www.stuttgarter-zeitung.de/loka ... 17089.html