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Der Vorfall im Kalten Krieg: Am 14. August 1962 war Hans Plüschke als junger Beamter des Bundesgrenzschutzes (BGS) an der innerdeutschen Grenze im Einsatz. Bei einem Schusswechsel auf westdeutschem Boden erschoss er den DDR-Grenztruppen-Hauptmann Rudi Arnstadt in Notwehr.
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Propaganda und Todesurteil: Während der Westen den Vorfall geheim hielt und Plüschkes Identität schützte, stilisierte die DDR-Propaganda Arnstadt zum Märtyrer. Das DDR-Regime und das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) schworen bittere Rache an dem damals noch namentlich unbekannten Schützen.
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Das fatale Outing: Jahrzehnte nach dem Mauerfall brach Hans Plüschke sein Schweigen. Im Mai 1993 und im August 1997 machte er seine Identität in Medieninterviews öffentlich. Nur rund sieben Monate nach seinem letzten großen Fernsehauftritt war er tot.
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Die tödliche Nachtfahrt: Am frühen Morgen des 15. März 1998 war Plüschke, der mittlerweile als selbstständiger Taxifahrer in Hünfeld (Osthessen) arbeitete, beruflich auf der Bundesstraße 84 unterwegs.
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Der Fundort auf der Straße: Gegen 4:00 Uhr morgens entdeckten Zeugen den leblosen Körper Plüschkes unweit der Grenze bei Wiesenfeld regungslos auf der Fahrbahn. Das Standlicht seines Taxis brannte noch, der Schlüssel steckte im Zündschloss und die Geldbörse des Opfers lag unberührt im Wagen, was einen klassischen Raubmord unwahrscheinlich erscheinen ließ.
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Auge um Auge: Die Obduktion brachte ein schockierendes, makabres Detail ans Licht. Plüschke wurde durch einen präzisen Kopfschuss mit einer Kleinkaliberwaffe oberhalb des rechten Augenlids hingerichtet. Es war exakt dieselbe tödliche Verletzung, die er 36 Jahre zuvor dem DDR-Hauptmann Arnstadt beigebracht hatte.
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Theorie 1: Der lange Arm der Stasi: Profiler und Historiker prüften intensiv, ob alte Stasi-Seilschaften oder ein im Untergrund verbliebenes Rächerkommando den Taxifahrer nach seinem Medienauftritt gezielt liquidiert hatten. Als mögliche Tatwaffe wurde unter Geheimdienstexperten sogar ein getarnter Schießkugelschreiber spekuliert.
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Theorie 2: Der Serieneinbrecher im Steinbruch: Im September 1999 beging ein polizeibekannter Krimineller in einem nahen Steinbruch Suizid. Bei ihm wurde eine Kleinkaliberwaffe desselben Typs gefunden, und Tagebucheinträge bewiesen, dass er nachts zur illegalen Geldbeschaffung unterwegs war. Die Ermittler hielten es für möglich, dass dieser Mann Plüschkes Taxi stoppen wollte und der Raub eskalierte – da gegen Tote jedoch nicht ermittelt werden darf, wurde diese Spur juristisch nie final ausdifferenziert.
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Akte geschlossen, aber unvergessen: Da die Soko zur Jahrtausendwende nach rund 95 abgearbeiteten Spuren aufgelöst wurde und keine zweifelsfreien Sachbeweise (wie DNA) vorliegen, gilt das Verbrechen offiziell als unaufgeklärt.
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Großes mediales Interesse: Das deutsch-deutsche Kriminalmysterium fasziniert die Öffentlichkeit unvermindert. Erst kürzlich widmete sich die aufwendige Dokumentationsreihe „ARD Crime Time“ in einer mehrteiligen Serie ausführlich den Hintergründen dieses außergewöhnlichen Falls.
Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Pl%C3%BCschke
https://www.hr.de/presse/programme-und- ... e-100.html