Der ungelöste Mord an dem 28-jährigen Rafael Blumenstock im November 1990 zählt zu den spektakulärsten und brutalsten Kriminalfällen der Stadt Ulm. Das Verbrechen an dem jungen Klavierlehrer und Musikstudenten ereignete sich mitten in der Innenstadt und bewegt die Region bis heute. Aufgrund der extremen Grausamkeit und des exzentrischen Lebensstils des Opfers steht die Vermutung eines queerfeindlichen Hassverbrechens im Raum, bewiesen werden konnte dies jedoch nie.
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Die Tatnacht: In den frühen Morgenstunden des 4. November 1990 hielt sich Rafael Blumenstock als Nachtschwärmer in der Ulmer Innenstadt auf. Es wird von einer fatalen Zufallsbegegnung ausgegangen.
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Der Tatort: Seine Leiche wurde auf dem zentralen Ulmer Münsterplatz gefunden – nur wenige Schritte vom dortigen Polizeipräsidium entfernt.
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Extreme Gewalt: Die Täter gingen mit unvorstellbarer Brutalität vor. Neben unzähligen Schlägen und Tritten stachen sie 21-mal mit einem Messer auf das Opfer ein. Um ihn zu erniedrigen, schnitten die Mörder ihm zudem die Nase ab.
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Spekulation über ein Hassverbrechen: Rafael Blumenstock galt in Ulm als bunter Paradiesvogel, der bisweilen geschminkt, mit Handtasche oder in Frauenkleidern ausging. Kriminalpsychologen vermuten, dass die Täter sein Abweichen von den damaligen gesellschaftlichen Normen bestrafen wollten.
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Die Tätergruppe: Die Polizei geht von einer Gruppe aus zwei oder eher drei Männern aus. Die Ermittler vermuten, dass die Täter durch ein striktes Schweigegelübde miteinander verbunden sind, weshalb aus diesem Kreis nie Informationen nach außen drangen.
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Keine heiße Spur: Da die Ermittler anfangs vor allem im direkten homosexuellen Milieu nach einer Beziehungstat suchten, wurden Spuren in Richtung eines politisch oder gesellschaftlich motivierten Hassverbrechens zunächst vernachlässigt.
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Aktenzeichen XY & Podcast: Nach der Übernahme des Falls durch einen Cold-Case-Ermittler im Jahr 2022 wurde das Verbrechen im Sommer 2025 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ vorgestellt. Gleichzeitig startete der vielbeachtete SWR-Doku-Podcast „Der Schrei“.
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Aktueller Ermittlungsstand: Durch die neue mediale Aufmerksamkeit gingen bei der Kripo zahlreiche Hinweise ein. Darunter befindet sich laut Polizei ein qualitativ sehr konkreter Ermittlungsansatz, der derzeit überprüft wird.
Zum SWR-Podcast „Der Schrei“
Link:
https://www.swr.de/swr1/leute/kriminalh ... k-100.html
https://www.regio-tv.de/mediathek/video ... cold-case/