Der Vorfall ereignete sich am frühen Morgen des 4. April 1997 gegen 04:30 Uhr. Die Polizei wurde zu einem vermeintlichen Autounfall auf einer Landstraße bei Ober-Mörlen im Wetteraukreis gerufen. Der schwarze BMW 518i des Opfers war abseits der Fahrbahn gegen einen Baum geprallt und Bozkurt saß leblos auf dem Fahrersitz. Da die Situation für die Beamten vor Ort wie ein klassischer Unfall aussah, wurde damals auf eine rechtsmedizinische Untersuchung oder Obduktion verzichtet. Der Fall wurde somit fälschlicherweise als Verkehrstod zu den Akten gelegt.
Im Jahr 2014 meldete sich eine anonyme Anruferin bei der Polizei und behauptete, dass der vermeintliche Unfalltod in Wahrheit ein geplanter Mord gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft Gießen rollte den Fall daraufhin auf und ließ die Leiche des Mannes exhumieren. Die Rechtsmediziner stellten fest, dass Adem Bozkurt nicht durch den Aufprall gestorben war. Er wurde im Fahrzeug gezielt erschossen und der Unfall vom Täter nur vorgetäuscht. Bozkurt lebte in Bad Nauheim und war erfolgreicher Besitzer einer Reinigungsfirma, weshalb die Ermittler auch geschäftliche Konflikte prüften.
Im Juli 2018 ging die Mordkommission mit den neuen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit und stellte den Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ vor. Es gingen über 30 Hinweise ein, die jedoch nicht zum finalen Durchbruch führten. Obwohl die Ermittler im Laufe der Jahre Verdächtige im Visier hatten, konnte die Tat bis heute niemandem rechtssicher nachgewiesen werden. Der Mord, der fast zwanzig Jahre lang als Autounfall unentdeckt blieb, ist juristisch weiterhin ungesühnt. Die Akten der Gießener Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei bleiben als Cold Case geöffnet.
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