In den frühen Morgenstunden des 13. September 1992 wurde der 54-jährige Programmierer Horst Strohe auf dem Heumarkt in der Kölner Altstadt Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens. Der homosexuelle IT-Spezialist hatte den Abend zuvor in verschiedenen Lokalen der Kölner Schwulenszene verbracht. Auf dem Heimweg wurde er von einem Unbekannten abgefangen und attackiert. Der Täter streckte Strohe mit einem wuchtigen Tritt gegen die Brust nieder und trat anschließend am Boden liegend massiv auf den Kopf des Opfers ein. Horst Strohe erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen. Wegen der Tatausführung ging das Verbrechen als „Karate-Mord“ in die Kölner Kriminalgeschichte ein.
- Das Motiv: Die Ermittler der Kölner Mordkommission vermuten hinter der Tat ein homophobes Hassverbrechen. Da Raub als Motiv schnell ausgeschlossen werden konnte (Wertgegenstände und Geldbörse blieben beim Opfer), steht die gezielte Gewalt gegen homosexuelle Männer im Fokus.
- Täterbeschreibung: Augenzeugen beobachteten zur Tatzeit (ca. 04:00 Uhr morgens) einen Verdächtigen, der fluchtartig vom Heumarkt wegrannte. Der Mann wurde als etwa 20 bis 30 Jahre alt, ca. 1,75 bis 1,80 Meter groß und von sportlicher, schlanker Statur beschrieben. Er hatte dunkle Haare und trug eine dunkle Jacke sowie eine dunkle Hose.
- Neuaufrollung (Cold Case): Das Kriminalkommissariat 11 der Polizei Köln rollte den Fall im Oktober 2021 in der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ noch einmal komplett neu auf. Trotz mehrerer danach eingegangener Hinweise fehlt vom Täter bis heute die entscheidende Spur.
- Wer hat in der Nacht vom 12. auf den 13. September 1992 verdächtige Beobachtungen im Bereich des südlichen Heumarkts oder in den umliegenden Altstadtgassen gemacht?
- Wer kann Hinweise auf eine Person geben, die sich damals im Kampfsportmilieu bewegte und Bezüge zur Kölner Altstadt hatte?
- Hat jemand nach der Tat im Bekanntenkreis von einer körperlichen Auseinandersetzung auf dem Heumarkt erfahren?
Da Mord nicht verjährt, bittet die Cold Case Unit der Polizei Köln weiterhin um Mithilfe aus der Bevölkerung:
https://www.ksta.de/koeln/cold-case/koe ... rkt-515913