Am 21. Januar 1999 wurde der 43-jährige Jörg Kiesel im Hamburger Stadtteil Osdorf (Bezirk Altona) auf offener Straße erschossen. Der tödliche Angriff geschah, nachdem das Opfer einen Reifenstecher auf frischer Tat ertappt und zur Rede gestellt hatte. Die Tat sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Vom Mörder fehlt bis heute jede Spur.
- 21. Januar 1999 (Abendstunden): Jörg Kiesel parkt seinen Pkw (einen Kia Clarus) im Bereich der Straße „Grothwisch“ halb auf dem Gehweg.
- Die Sachbeschädigung: Als er zu seinem Fahrzeug zurückkehrt, bemerkt er, dass zwei Reifen seines Wagens absichtlich zerstochen wurden. Zeugen beobachten zur selben Zeit einen Mann, der verdächtig neben dem Auto hockt.
- Die Konfrontation: Jörg Kiesel stellt den Unbekannten zur Rede und verfolgt den schnell flüchtenden Mann zu Fuß. Es kommt zu einem lautstarken, heftigen Wortgefecht.
- Die Schüsse: Im Verlauf des Streits zieht der Unbekannte plötzlich eine Waffe (Kaliber .22) und feuert gezielt auf Kiesel. Das Opfer bricht mit einem tödlichen Brustschuss auf einem nahegelegenen Kinderspielplatz unter einem Baum zusammen. Der Täter entkommt unerkannt.
Der Täter wurde von Augenzeugen wie folgt beschrieben:
- Erscheinung: Zur Tatzeit ca. 25 bis 30 Jahre alt, schlanke Statur und ein gepflegtes Äußeres.
- Bekleidung: Er trug eine dunkle, hüftlange Jacke und fiel durch ein schnelles, fast fluchtartiges Gangbild auf.
- Das Motiv: Völlig unklar. Es ist bis heute ein Rätsel, warum jemand wegen einer nächtlichen Reifenstecherei und einer anschließenden verbalen Konfrontation kaltblütig zum Mörder wurde. Die Ermittler vermuten, dass der Täter die kleinkalibrige Schusswaffe bereits schussbereit bei sich trug.
Da Mord in Deutschland niemals verjährt, hofft die Hamburger Mordkommission bzw. die dortige Cold Case Unit weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Angaben zu dem Vorfall im Januar 1999 am Grothwisch machen kann, wendet sich an die Behörden: