Am Abend des 6. März 1998 wurde der 39-jährige Karl-Heinrich Gross, Manager der bekannten Volksmusikgruppe „Kastelruther Spatzen“, mit schwersten Kopf- und Oberkörperverletzungen auf einer Straße im Magdeburger Industriegebiet aufgefunden. Er verstarb kurz darauf im Krankenhaus. Trotz jahrzehntelanger, intensiver Ermittlungen einer Sonderkommission und hunderten Spuren konnte das Verbrechen bis heute nicht aufgeklärt werden.
- 6. März 1998 (Abend): Die Kastelruther Spatzen geben ein Konzert in der Magdeburger Bördelandhalle. Karl-Heinrich Gross verlässt die Halle vorzeitig, um den Tourbus in eine Werkstatt zu bringen.
- Gegen 18:15 Uhr: Gross verlässt die Werkstatt im Stadtteil Rothensee zu Fuß. Er will sich mit einem Taxi zurück zur Halle bringen lassen, kommt dort aber nie an.
- Gegen 19:15 Uhr: Zwei Lkw-Fahrer entdecken den schwer verletzten Mann auf der Fahrbahn der Steinkopfstraße. Seine Geldbörse mit Bargeld befindet sich noch bei ihm – ein Raubmord gilt daher als unwahrscheinlich.
Die Verletzungen wiesen laut Gutachtern eine ungewöhnliche Charakteristik auf, die Raum für zwei Haupttheorien lässt:
- Verkehrsunfall mit Unfallflucht: Wurde Gross von einem schweren Fahrzeug (z. B. einem Lkw oder Sattelauflieger) überrollt oder erfasst, dessen Fahrer die Kollision eventuell gar nicht bemerkte?
- Gewalttat / Mord: Wurde der Manager andernorts attackiert (etwa mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen) und der Leichnam anschließend auf der Straße abgelegt, um einen Unfall vorzutäuschen?
Die Ermittler der Magdeburger Kriminalpolizei geben den Fall nicht auf und hoffen weiterhin auf den entscheidenden Hinweis aus der Bevölkerung, der auch nach Jahrzehnten Licht ins Dunkel bringen könnte: