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Einleitung & Sachverhalt:
In der kalten Winternacht auf den 4. Januar 2001 verschwand die 24-jährige Karen Knappe spurlos aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel. Die junge Frau war schwer drogenabhängig und finanzierte ihre Sucht über die Prostitution auf dem Straßenstrich. Sieben Wochen nach ihrem Verschwinden wurde ihr nackter Leichnam, verpackt in Müllsäcke, auf einer Kiesbank im Rhein bei Boppard entdeckt. Bis heute prüfen Ermittler, ob sie das Opfer eines unberechenbaren Freiers wurde oder ob ein brutaler Serienmörder im Frankfurter Milieu sein Unwesen trieb, dem noch mindestens drei weitere Frauen zum Opfer fielen.
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- Opfer: Karen Knappe (24 Jahre alt, drogenabhängig)
- Zeitpunkt des Verschwindens: Nacht zu Donnerstag, 4. Januar 2001
- Letzter Aufenthaltsort: Weserstraße / Bahnhofsviertel, Frankfurt am Main (Hessen)
- Fundort der Leiche: Auf einer Kiesbank am Rheinufer bei Boppard (Rheinland-Pfalz)
- Auffindedatum: 22. / 23. Februar 2001
- Todesursache: Strangulation (Erwürgen / Erdrosseln)
- Status: Ungeklärter Mordfall (Aktiver Cold Case der Kriminalpolizei)
- Das Leben im Bahnhofsviertel: Karen Knappe steckte tief in der Frankfurter Drogenszene fest. Trotz mehrerer vergeblicher Entzugskuren schaffte sie regelmäßig auf der Weserstraße an, um Geld für Heroin zu beschaffen. Drei Tage vor ihrem Verschwinden feierte sie noch Silvester mit Freunden – es sollte ihr letztes Lebenszeichen im Bekanntenkreis sein.
- Die Nacht des Verschwindens (04.01.2001): Karen arbeitet in den späten Nachtstunden auf der Weserstraße. Zeugenberichten zufolge wollte sie nur noch einen letzten Freier bedienen, um danach die Nacht bei einer Freundin zu verbringen. Sie stieg mutmaßlich in das Auto eines Unbekannten und kehrte nie zurück. Da ein plötzliches Wegbleiben in der Szene nicht unüblich war, vergingen sechs Tage, bis eine offizielle Vermisstenanzeige erstattet wurde.
- Der Fund im Rhein (Februar 2001): Rund sieben Wochen nach ihrem Verschwinden blickt ein Polizeibeamter zufällig aus dem Fenster der Polizeiinspektion Boppard auf das gegenüberliegende Kiesbett des Rheins. Er entdeckt ein verdächtiges Paket. Bei der Untersuchung finden Beamte den vollständig nackten Leichnam der 24-Jährigen, der teilweise in blaue Müllsäcke eingepackt war. Die Identifizierung gelingt schließlich über den Abgleich von Fingerabdrücken.
Der Mord an Karen Knappe steht im Verdacht, Teil einer unaufgeklärten Serie zu sein. Zwischen 1993 und 2001 verschwanden im Frankfurter Bahnhofsviertel vier schwer drogenabhängige Frauen, die als Prostituierte arbeiteten. Alle wurden später erdrosselt oder erwürgt in Gewässern oder Gebüschen aufgefunden:
- 1. Gabriele de Haas (32): Sie verschwand am 20. November 1993 vom Straßenstrich an der Taunusstraße. Ihre Leiche wurde im März 1994 nackt und in Plastiksäcke verpackt im Main-Donau-Kanal bei Hilpoltstein (Bayern) entdeckt.
- 2. Julia Anne Schröder (28): Sie verschwand am 27. Februar 1995 aus dem Bahnhofsviertel. Ihre Leiche wurde kurz darauf erdrosselt in einem Gebüsch an einer Autobahnraststätte bei Bad Camberg (Hessen) gefunden.
- 3. Christine Goldhagen (33): Sie verschwand im März 1999 mitten in der Nacht. Ihre Leiche wurde nackt, gefesselt und ebenfalls in Müllsäcke verpackt im Rhein bei Trechtingshausen (Rheinland-Pfalz) angeschwemmt.
- 4. Karen Knappe (24): Bildet im Jahr 2001 den vorläufigen, grausamen Schlusspunkt dieser unheimlichen Reihe.
- Das Muster des "Gewässermörders": Drei der vier Opfer wurden nackt, verpackt in Plastiksäcke und weit entfernt von Frankfurt in Flüssen oder Kanälen entsorgt. Profiler des LKA gehen davon aus, dass der Täter die Frauen in Frankfurt in sein Fahrzeug (vermutlich ein Lkw oder ein unauffälliger Lieferwagen) lockte, sie an einem unbekannten Ort tötete und die Leichen auf seinen Fahrrouten ablegte.
- Milieu-Vorteil für den Täter: Da süchtige Frauen im Frankfurter Bahnhofsviertel damals extrem schutzlos agierten und oft ohne Absicherung zu Fremden ins Auto stiegen, konnte der Täter unbemerkt zuschlagen. Autokennzeichen wurden in der Szene damals selten notiert.
- DNA-Hoffnung: Die Ermittlungsgruppen für Cold Cases in Hessen und Rheinland-Pfalz untersuchen die Asservate aller vier Fälle immer wieder mit modernsten Methoden, um eine übereinstimmende Täter-DNA zu finden, die die Fälle juristisch final miteinander verknüpft.
Wer kann Angaben zu den Freiern oder Fahrzeugkontakten von Karen Knappe im Januar 2001 im Bereich der Weserstraße machen? Wer hat im Zeitraum von 1993 bis 2001 verdächtige Beobachtungen bezüglich der Ablage von großen Müllsäcken an den Rheinufern oder Autobahnen gemacht?
- Zuständige Dienststelle: Kriminalpolizei Frankfurt am Main / LKA Hessen
- Telefonnummer (Zentrale): 069 / 755-0
* Archivberichte zur Kriminalität im Frankfurter Bahnhofsviertel – DER SPIEGEL
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