Bild: Medien
Einleitung & Sachverhalt:
Am späten Abend des 18. Dezember 2006 wurde der 44-jährige Johann Isaak an seinem Arbeitsplatz im Mindener Chemiewerk (BASF) durch ein hochtoxisches Gift heimtückisch ermordet. Der Täter hatte Cyanid (Zyanid) in die im Kühlschrank deponierte Limonadenflasche des Opfers gemischt. Da der Zutritt zum Werksgelände streng reglementiert war, konzentrierten sich die Ermittlungen fast ausschließlich auf das direkte Kollegenumfeld. Forensische Laboranalysen brachten kürzlich eine überraschende Wendung bezüglich des Tatzeitpunkts.
--------------------------------------------------
- Opfer: Johann Isaak (44 Jahre alt, Chemiefacharbeiter aus Petershagen)
- Tatzeitpunkt: Montag, 18. Dezember 2006, gegen 21:30 Uhr
- Tatort: Pausenraum/Aufenthaltsraum der BASF Pharmachemikalien GmbH & Co. KG, Minden (NRW)
- Todesursache: Innere Erstickung durch Vergiftung mit Natriumcyanid (Zyanid)
- Status: Ungeklärter Mordfall (Aktiver Cold Case der Ermittlungsgruppe Cold Case Bielefeld)
- 18.12.2006 (Der tödliche Schluck): Johann Isaak tritt seine Nachtschicht an und begibt sich vor Arbeitsbeginn in den Pausenraum. Er holt seine bereits angebrochene Limo-Flasche aus dem Gemeinschaftskühlschrank. Nach nur einem Schluck bemerkt er einen seltsamen Geschmack, bekommt Schaum vor dem Mund und bricht bewusstlos zusammen. Er verstirbt wenige Stunden später im Klinikum Minden.
- Gefährliche Spurensicherung: Die Polizei stellt im Pausenraum zwei präparierte Getränkeflaschen sicher (auch die eines Kollegen war vergiftet). Als zwei Polizeibeamte im Zuge der ersten Ermittlungen routinemäßig an den Flaschenhalsöffnungen riechen, erleiden sie durch die aufsteigenden Dämpfe sofort schwere Schwindelanfälle sowie Übelkeit und müssen stationär im Krankenhaus behandelt werden.
- Ermittlungen im Betrieb: Da Zyanid direkt im Werk verarbeitet wurde und das Gelände durch strenge Zugangskontrollen geschützt war, ist ein betriebsfremder Täter extrem unwahrscheinlich. Die Befragungen hunderter Mitarbeiter brachten jedoch kein eindeutiges Ergebnis, das Verfahren wurde vorerst eingestellt.
- Ermittlungsdurchbruch (Oktober 2025): Die Ermittlungsgruppe Cold Case rollt den Fall mit modernen forensischen Methoden neu auf. Während man 19 Jahre lang dachte, das Gift sei am Wochenende (16./17.12.2006) injiziert worden, belegen neue Laboranalysen, dass auch der vorgelagerte Freitag (15.12.2006) als Kontaminationstag feststeht.
- Die bevorstehende Kündigungswelle: Die Ermittler prüfen als primäres Tatmotiv die damalige wirtschaftliche Situation des Betriebs. Kurz vor der Tat hatte die Konzernleitung eine massive Kündigungswelle angekündigt. Es wird vermutet, dass ein frustrierter Mitarbeiter aus Rache oder Protest handelte und die Vergiftung womöglich gar nicht gezielt Johann Isaak, sondern wahllos Kollegen treffen sollte.
- Neue Vernehmungswelle: Durch die zeitliche Erweiterung des Tatfensters auf den Freitag rücken nun gezielt diejenigen Angestellten in den Fokus, die am 15. Dezember 2006 Dienst hatten. Die Alibis und Schichtpläne dieser Mitarbeiter werden aktuell komplett neu überprüft.
Die Ermittler der Mordkommission fragen: Wer hat im Dezember 2006 verdächtige Verhaltensweisen von Mitarbeitern im BASF-Werk Minden beobachtet? Hat sich der Täter im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte eventuell Dritten anvertraut oder über die Tat gesprochen?
- Zuständige Dienststelle: Polizeipräsidium Bielefeld (EG Cold Case)
- Telefonnummer: 0521 / 545-0
* Offizieller Fahndungs- und Pressebericht – Polizei Bielefeld
* Hintergrundbericht zum Fall und True-Crime-Rekonstruktion – WDR True Crime