Einleitung & Sachverhalt:
Der gewaltsame Tod des 47-jährigen Klaus Walter Pauli gehört zu den unheimlichsten Cold Cases im östlichen Ruhrgebiet. Der homosexuelle Mann verschwand im Dezember 2003 spurlos, ohne dass ihn in seinem privaten Umfeld jemand ernsthaft vermisste. Erst 13 und 16 Jahre später wurden seine zerstückelten Skelettteile rein zufällig bei Rodungsarbeiten an einem steilen Hang in Hagen freigelegt. Eine kriminaltechnische Untersuchung offenbarte ein brutales Tötungsdelikt, das bis heute ungesühnt geblieben ist.
--------------------------------------------------
- Opfer: Klaus Walter Pauli (47 Jahre alt zum Zeitpunkt des Verschwindens)
- Tatzeitpunkt / Verschwinden: Dezember 2003
- Auffindezeitpunkt der Überreste: Januar 2016 (Schädel) & Juli 2019 (weitere Skelettteile)
- Heimatort des Opfers: Menden (Sauerland, NRW)
- Tat- und Fundort: Philippshöhe / Hanggelände an der Bahnhofshinterfahrung, Hagen (NRW)
- Todesursache: Einwirkung massiver, stumpfer und scharfer Gewalt gegen den Kopf (u.a. abgebrochene Messerspitze im Schädel)
- Status: Ungeklärter Mord (Aktiver Cold Case)
- Zuständige Dienststelle: Mordkommission „MK Hang“ / Kriminalpolizei Hagen
- Das Verschwinden (Dezember 2003): Klaus Walter Pauli bricht von Menden nach Hagen auf, um eine Schallplatte zu kaufen. Das ist das letzte bekannte Lebenszeichen. Da er wechselnde Kontakte pflegt, fällt sein Fehlen kaum auf. Erst Jahre später erstattet ein Mitbewohner seiner WG eine offizielle Vermisstenanzeige, verstirbt jedoch 2006 selbst.
- Der erste Fund am Bahnhof (Januar 2016): Bei großflächigen Rodungsarbeiten für ein Straßenbauprojekt an der Philippshöhe hinter dem Hagener Hauptbahnhof stößt ein Bauarbeiter auf einen menschlichen Schädel. Die Gerichtsmedizin stellt Spuren massiver Gewalteinwirkung fest.
- Der zweite Fund (Juli 2019): Bei erneuten Hangsicherungsarbeiten am gleichen Ort werden weitere Knochen, Kleidungsstücke sowie das damalige Mobiltelefon des Opfers ausgegraben. Ein DNA-Abgleich bringt schließlich die Identität von Klaus Walter Pauli zum Vorschein.
- Die XY-Fahndung (Januar 2022): Da am Fundort der Knochen auch das Handy des Opfers gesichert werden konnte, gelang es Technikern, Rufnummern zu rekonstruieren. Am 12. Januar 2022 wurde der Fall bei „Aktenzeichen XY ... Ungelöst“ ausgestrahlt, woraufhin mithilfe alter Telefon-CDs sogar der letzte Chat-Kontakt des Opfers – ein junger Mann mit dem Pseudonym „Frank“ – identifiziert und verhört werden konnte. Ein hinreichender Tatverdacht ergab sich jedoch nicht.
- Das anonyme Dating-Milieu: Die Ermittler fanden heraus, dass Klaus Walter Pauli in den Monaten vor seinem Tod intensiv auf homosexuelle Kontaktanzeigen im damals populären Videotext und in frühen Online-Inseraten reagierte. Die Polizei vermutet, dass er in Hagen in eine Falle gelockt wurde oder an den falschen Dating-Partner geriet.
- Die abgebrochene Klinge: Rechtsmediziner stellten fest, dass dem Opfer mit einem Messer wuchtig in den Kopf gestochen wurde, wobei die Messerspitze abbrach und im Knochen stecken blieb. Zudem wies das Skelett Verletzungen durch stumpfe Gewalt auf.
- Die Belohnung: Für Hinweise, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro ausgesetzt.
* Offizielle Fahndungsmeldung zur XY-Sendung – Polizeipräsidium Hagen
* Bericht über Handy-Auswertung & Ermittlungsstand – Radio Hagen
* Video-Dokumentation: 13 Jahre unentdeckt hinter dem Hauptbahnhof – YouTube
* Offizielle Pressemitteilung der Mordkommission – Polizei Hagen (Presseportal)