Einleitung & Sachverhalt:
Am Abend des 27. April 2006 verschwand die 33-jährige Angestellte Sandra Reißig spurlos von ihrem Arbeitsplatz in einer Tankstelle am Einkaufszentrum „Elisenpark“ in Greifswald. Nur einen Tag später wurde ihre Leiche mit zahlreichen Stichverletzungen im nahegelegenen Fluss Ryck gefunden. Trotz der Veröffentlichung eines Phantombildes und der Ausstrahlung im Fernsehen konnte der Täter aufgrund zerstörter Spuren am Tatort nie verurteilt werden. Der Fall wird bis heute als aktiver Cold Case geführt.
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- Opfer: Sandra Reißig (33 Jahre alt, alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern)
- Tatzeitpunkt / Verschwinden: Donnerstag, 27. April 2006, gegen 20:30 Uhr
- Auffindezeitpunkt: Freitag, 28. April 2006
- Tatort: Verkaufsraum der Tankstelle am Einkaufszentrum „Elisenpark“, Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
- Fundort der Leiche: Im Fluss Ryck (Greifswald)
- Todesursache: Innere Verletzungen durch etliche Stichwunden
- Status: Ungeklärter Mord (Aktiver Cold Case)
- Zuständige Dienststelle: Kriminalpolizeiinspektion Anklam / Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern
- Das plötzliche Verschwinden (27.04.2006): Sandra Reißig arbeitet in der Spätschicht an der Tankstelle. Gegen 20:30 Uhr – kurz nach der Abrechnung – verschwindet sie plötzlich unerwartet mitten aus dem Verkaufsraum. Ihr Auto, ihre Handtasche und persönliche Gegenstände bleiben zurück.
- Die Entdeckung im Fluss (28.04.2006): Bereits am nächsten Tag bergen Einsatzkräfte die Leiche der jungen Mutter aus dem Fluss Ryck. Die Obduktion bestätigt ein schweres Gewaltverbrechen durch massive Messerstiche.
- Der fatale Ermittlungsfehler: Zu Beginn der Ermittlungen unterläuft der Polizei ein schwerer Fehler. Das Tatort-Team lässt eine Reinigungskolonne zu früh in den Verkaufsraum der Tankstelle. Wertvolle biologische Spuren und DNA-Hinweise auf den Täter werden dadurch unwiederbringlich vernichtet.
- Phantombild und Neue Ansätze (2017): Elf Jahre nach der Tat veröffentlicht das Landeskriminalamt (LKA) ein Phantombild eines Verdächtigen. Der entscheidende Durchbruch und der erhoffte Zeugenhinweis bleiben jedoch aus.
- Das Pärchen von Rügen: Im Laufe der Zeit gerät ein Pärchen von der nahegelegenen Insel Rügen intensiv in den Fokus der Ermittler. Die Beamten gehen bei dem Mann fest davon aus, dass er der Haupttäter ist. Zahlreiche Indizien stützen diese Theorie.
- Das Beweis-Dilemma: Da wegen der verfrühten Tatortreinigung keine verwertbaren DNA-Spuren oder harten Sachbeweise vorliegen, reicht die Indizienkette für eine rechtskräftige Anklage oder Verurteilung des tatverdächtigen Mannes bis heute nicht aus. Er befindet sich auf freiem Fuß.
* Bericht zum Ermittlungsfehler & Ermittlungsstand – NDR Online
* Übersicht der Cold Cases in MV – Ostsee-Zeitung
* True-Crime-Podcast zum Fall Sandra Reißig – Cold Case Spezial