Einleitung & Sachverhalt:
Am späten Abend des 23. November 2002 wurde der 33-jährige Miljan Grujičić, Mitbetreiber der damaligen jugoslawischen Diskothek „Madonna“, im Hinterhof seines Clubs in Offenbach am Main kaltblütig erschossen. Nachdem die Ermittlungen 2003 ergebnislos eingestellt worden waren, brachten neue Hinweise im Sommer 2022 die Wende: Die Justiz geht heute von einem gezielten Auftragsmord aus dem kriminellen Milieu aus. Der Fall wird seither als aktiver Cold Case mit Hochdruck verfolgt.
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- Opfer: Miljan Grujičić (33 Jahre alt, geboren am 29.01.1969, serbischer Staatsangehöriger)
- Tatzeitpunkt: Samstag, 23. November 2002, exakt um 23:35 Uhr
- Tat- und Fundort: Hinterhof in der Bahnhofstraße 14-16, 63067 Offenbach am Main (Hessen)
- Todesursache: Mehrere Schussverletzungen (getötet vor Ort)
- Vermutete Tatwaffe: Pistole der Marke Crvena Zastava (wird bis heute gesucht)
- Status: Ungeklärter Mord (Aktiver Cold Case nach Wiederaufnahme 2022)
- Zuständige Dienststellen: Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main & Polizeipräsidium Südosthessen
- Die Tatnacht (23.11.2002): Während des laufenden Geschäftsbetriebs in der Diskothek „Madonna“ fährt Miljan Grujičić mit seinem silbernen Mercedes-Benz CL 500 in den dazugehörigen Hinterhof. Unmittelbar nach dem Aussteigen wird er im Dunkeln von mehreren tödlichen Schüssen aus einer Pistole getroffen. Der Täter entkommt unerkannt.
- Erste Ermittlungen und Einstellung (2002–2003): Die Polizei nimmt sofort umfangreiche Ermittlungen auf. Da jedoch kein konkreter oder belastbarer Tatverdacht gegen eine bestimmte Person begründet werden kann, wird das Verfahren im Jahr 2003 vorerst eingestellt.
- Die unerwartete Wende (Sommer 2022): Genau zwei Jahrzehnte nach der Tat gehen plötzlich neue, konkrete Aussagen und Hinweise bei den hessischen Strafverfolgungsbehörden ein. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main rollt den Fall offiziell wieder auf.
- Öffentlichkeitsfahndung (2024): Am 14. Februar 2024 wird der Cold Case in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... Ungelöst“ vorgestellt. Durch die Ausstrahlung und die Veröffentlichung auf den Fahndungsseiten des BKA gehen Dutzende neue Hinweise ein, die derzeit ausgewertet werden.
- Theorie 1: Illegales Glücksspiel / Wettschulden: Nach aktuellen Erkenntnissen der Ermittler könnte das Motiv im Bereich des illegalen Glücksspiels liegen. Es wird geprüft, ob Grujičić in Konflikte mit kriminellen Gläubigern oder konkurrierenden Gruppierungen geraten war.
- Theorie 2: Konflikte im Gastronomie-Milieu: Als Betreiber einer bekannten Club-Lokalität im Rhein-Main-Gebiet stand das Opfer im Fokus verschiedener geschäftlicher und privater Streitigkeiten, die ein Motiv für eine professionell organisierte Auftragsübernahme geboten haben könnten.
- Ausgelobte Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ermittlung des Täters führen, ist eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Zudem wurde ein anonymes Hinweisportal der Polizei Hessen geschaltet.
* Offizielle Fallbeschreibung & Sachverhalt – Bundeskriminalamt (BKA)
* Detaillierte Hintergrundinformationen zum Auftragsmord – Polizei Hessen
* Gemeinsame Pressemitteilung zur XY-Fahndung – Polizei & Staatsanwaltschaft