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- Opfer: Maria Bögerl (54 Jahre, Sonderschullehrerin, Ehefrau des Heidenheimer Sparkassenchefs)
- Tatzeit (Entführung): Mittwoch, 12. Mai 2010, gegen 10:00 Uhr
- Tatort (Entführung): Wohnhaus der Familie in Heidenheim-Schnaitheim (Baden-Württemberg)
- Fundort der Leiche: 3. Juni 2010 in einem Waldstück bei Nietheim
- Status: Ungelöstes Tötungsdelikt / Cold Case (Ermittlungen im August 2023 vorläufig eingestellt)
- 12. Mai 2010 (Vormittag): Maria Bögerl wird am helllichten Tag aus ihrem Haus entführt. Der Täter nutzt vermutlich die geöffnete Garage. Im Haus werden später Kampfspuren gesichert. Der Entführer flüchtet mit dem Opfer in deren schwarzem Mercedes A-Klasse.
- Der Erpresseranruf (11:20 Uhr): Der Täter kontaktiert den Ehemann Thomas Bögerl per Telefon und fordert ein Lösegeld in Höhe von 300.000 Euro. Er spricht mit einem ausgeprägten ostschwäbischen Dialekt, was auf einen lokalen Täter hindeutet. Für die Bereitstellung des Geldes setzt er eine extrem kurze Frist von wenigen Stunden.
- Die gescheiterte Geldübergabe: Da die Bundesbank in Ulm Mittagspause hat, verzögert sich die Geldübergabe um anderthalb Stunden. Thomas Bögerl deponiert das Lösegeld wie gefordert an der Autobahn 7 (nahe der Anschlussstelle Heidenheim), markiert mit einer Deutschlandfahne. Der Täter holt das Geld jedoch nie ab. Ein unwissender Trupp der Autobahnmeisterei sammelt das Paket am Folgetag bei einer Routinefahrt ein.
- 14. Mai 2010: Das Auto des Opfers wird unweit im Hof des Klosters Neresheim aufgefunden. Vom Täter und Maria Bögerl fehlt weiter jede Spur.
- 3. Juni 2010 (Der Fund): Ein Spaziergänger entdeckt die Leiche der vermissten zweifachen Mutter in einem Waldgebiet nahe Nietheim unter einem Reisighaufen. Die Obduktion ergibt, dass sie mit mehreren Messerstichen ermordet wurde – vermutlich bereits kurz nach der gescheiterten Geldübergabe.
Der Fall gehört zu den größten und komplexesten Ermittlungsverfahren in der Geschichte Baden-Württembergs (Soko „Flagge“).
1. Täter-DNA gesichert: Die Polizei konnte an mehreren Beweismitteln – unter anderem im Fahrzeug des Opfers – hochwertige, männliche Täter-DNA sichern. Ein Abgleich mit nationalen und internationalen Datenbanken sowie mehrere Massengentests in der Region erbrachten jedoch bis heute keinen Treffer.
2. Familiäre Tragödie: Nach der Tat geriet der Ehemann Thomas Bögerl durch Gerüchte und Ermittlungspannen zu Unrecht in den Fokus der Öffentlichkeit. Den psychischen Druck und den Verlust seiner Frau ertrug er nicht; im Juli 2011 nahm er sich im Wohnhaus das Leben.
3. Vorläufige Einstellung (August 2023): Nach mehr als 13 Jahren Ermittlungsarbeit, der Überprüfung von über 10.000 Spuren und rund 1.000 prall gefüllten Aktenordnern gaben die Staatsanwaltschaft Ellwangen und das Polizeipräsidium Ulm die Einstellung des Verfahrens bekannt. Es gibt aktuell keine aktiven Ermittlungsansätze mehr, die Asservatenkammer bleibt jedoch für den Tag eines eventuellen DNA-Treffers unberührt.
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Obwohl das aktive Verfahren ruht, nimmt die Polizei weiterhin jeden Hinweis entgegen. Wer kann Angaben zu Personen machen, die im Mai 2010 im Bereich der A7 bei Heidenheim, am Kloster Neresheim oder am Waldrand bei Nietheim auffällige Beobachtungen gemacht haben?
- Zuständige Behörde: Polizeipräsidium Ulm / Kriminalpolizeidirektion
- Telefon Hinweistelefon (Zentrale): +49 (0)731 188-0
* Umfangreicher Hintergrundbericht & Spurensuche – Schwäbische Zeitung
* Detaillierte chronologische Zusammenfassung des Kriminalfalls – Wikipedia