--------------------------------------------------
- Opfer: Annika B. (20 Jahre, Studentin für Elektro-/Informationstechnik, Mutter einer 3-jährigen Tochter)
- Tatzeit: Sonntag (1. Advent), 27. November 2011 gegen 19:15 Uhr
- Tatort: Vor der eigenen Haustür, Kohlrauschstraße in Hannover-Mitte
- Status: Ungelöstes Tötungsdelikt / Aktiver Cold Case (Ermittlungen ruhen, Ermittlungsakte offen)
- 27. November 2011 (19:00 Uhr): Die 20-jährige Annika B. verlässt ihre Wohnung in Hannover-Mitte für einen kurzen, alltäglichen Gang. Sie möchte an einem nahegelegenen Stammkiosk Zigaretten kaufen.
- Der Rückweg & Angst am Telefon: Auf dem Heimweg telefoniert sie mit einer Freundin. Annika äußert im Gespräch die konkrete Angst, dass sie in der dunklen Straße von einem unheimlichen Mann verfolgt und beobachtet wird.
- Die Tat (ca. 19:15 Uhr): Direkt vor der Haustür an der Kohlrauschstraße bricht das Telefonat abrupt ab. Ihre Freundin hört am Telefon nur noch Todesschreie. Ein unbekannter Täter stürzt sich wortlos auf die junge Mutter und sticht insgesamt 21 Mal mit einem Messer auf sie ein – zwei Stiche treffen direkt das Herz. Wertsachen oder Handtasche werden nicht geraubt. Annika B. erliegt wenig später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.
Das Verbrechen erschütterte die Region schwer und ging als „Messer-Mord aus dem Nichts“ in die Kriminalgeschichte ein. Trotz der Einrichtung der „Mordkommission Annika“, der Überprüfung von über 1.000 Spuren und dem Nehmen hunderter DNA-Proben fehlt vom Mörder jede Spur.
1. Erste Facebook-Fahndung Deutschlands (2011/2012): Da klassische Ermittlungen fehlschlugen, nutzte die niedersächsische Polizei in diesem Fall weltweit erstmalig eine gezielte Mordfahndung über Facebook. Dies führte zu Hinweisen auf eine Gruppe von drei männlichen Passanten, die zur Tatzeit in der Nähe waren.
2. Die anonyme Bedrohung im Vorfeld: Ermittlungen des Familienanwalts ergaben, dass Annika bereits vor der Tat über einen längeren Zeitraum von einem unbekannten Mann massiv bedroht wurde. Den Namen des Mannes behielt sie aus Angst vor ihrer Mutter geheim. Die Spur führte die Ermittler temporär bis nach Rostock, verlief dann jedoch im Sande.
3. Ausgelobte Belohnung: Für Hinweise, die zur rechtskräftigen Ermittlung oder Ergreifung des Täters führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.
--------------------------------------------------
Da Mord in Deutschland rechtlich niemals verjährt, bittet die Kriminalpolizei Hannover weiterhin um jeden sachdienlichen Hinweis aus der Bevölkerung. Wer hat am Abend des 27. November 2011 verdächtige Beobachtungen im Bereich der Kohlrauschstraße gemacht oder weiß etwas über den Mann, von dem sich Annika bedroht fühlte?
- Zuständige Behörde: Kriminalpolizei Hannover
- Telefon Hinweistelefon (Zentrale): +49 (0)511 109-5555
* Offizielle Presseerklärung & Fahndungsaufruf zur Belohnung – Polizei Hannover
* Detaillierte TV-Dokumentation und Fallanalyse zum Cold Case – RTL Nord