Vermisstenfall Alexander Luchterhandt – Der "König der Funkwellen"
Ein spektakulärer Berliner Cold Case sorgt nach Jahrzehnten wieder für Schlagzeilen: Der schillernde Informant und freie Medienmitarbeiter Alexander Luchterhandt verschwand am 8. Mai 2005 spurlos in Berlin (rbb-Inforadio). Die Mordkommission geht fest von einem Tötungsdelikt aus. Obwohl bereits Prozesse gegen Tatverdächtige liefen, fehlt von seiner Leiche bis heute jede Spur.
Hintergründe und das illegale Millionen-Geschäft
- Der Abhör-Profi: Luchterhandt baute in den 1990er-Jahren ein hochprofessionelles, illegales Geschäft auf. Vom 23. Stock eines Hochhauses in Berlin-Lichtenberg aus belauschte er mit einer riesigen, eigenen Antennenanlage systematisch den damals noch analogen Polizei- und Feuerwehrfunk.
- Das lukrative Geschäft mit der Presse: Seine exklusiven Informationen über Unfälle, Brände und Verbrechen verkaufte er bar und steuerfrei an Medienhäuser, Journalisten und Fotografen. Damit verdiente er schätzungsweise bis zu einer Viertelmillion Euro jährlich. Er bewegte sich dabei im Graubereich zwischen Medienwelt und Berliner Unterwelt.
- Erpressungs-Gerüchte um Sex-Video: Aus dem Umfeld des Vermissten kamen später Gerüchte auf, dass Luchterhandt im Besitz eines hochbrisanten Erpresservideos gewesen sein soll. Dieses von einer Prostituierten heimlich gefilmte Video soll angeblich namhafte Persönlichkeiten wie einen Moderator, einen Fußballmanager und einen Ministerpräsidenten bei illegalen Aktivitäten gezeigt haben. Ob dies das Motiv für einen Mord war, bleibt unklar, wie die BILD berichtete.
- Große Grabungsaktion der Mordkommission: Der Fall bekam eine völlig neue Wendung, als sich ein neuer Zeuge beim Magazin "Stern" meldete. Auf diesen Hinweis hin durchsuchten Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) und des Bundeskriminalamtes (BKA) im Januar 2025 mit Leichenspürhunden ein Grundstück in Berlin-Wannsee (Zehlendorf). Die Suche blieb jedoch erfolglos, wie die rbb24 Abendschau sowie die WELT vermeldeten. Eine offizielle Mitteilung dazu gibt es bei der Generalstaatsanwaltschaft Berlin.
- Mediale Aufarbeitung: Die packenden Details und Recherchen rund um das Verschwinden des Nachrichtenhändlers wurden in großen True-Crime-Formaten wie dem Podcast Mord auf Ex sowie in einer eigenen Audio-Serie vom Stern auf RTL+ aufbereitet.