Der Fall im Überblick
- Das Verschwinden: Am Nachmittag des 15. Oktober 2004 hatte Andreas Grimm gegen 15:30 Uhr noch telefonischen Kontakt zu seinem Stiefbruder. Er befand sich auf dem Weg nach Frankfurt. Danach brach jede Verbindung ab, sein Mobiltelefon wurde dauerhaft ausgeschaltet.
- Erster Verdacht: Da die Familie des Opfers sehr vermögend war, ging die Polizei zunächst von einer Entführung aus. Da jedoch keine Lösegeldforderung einging, verlagerte sich der Schwerpunkt der Ermittlungen schnell. Kurz darauf wurde das Auto des Opfers im Frankfurter Nordend aufgefunden.
- Die Festnahme: Rund vier Wochen nach dem Verschwinden stieß die Mordkommission auf den damals 22-jährigen Kokainhändler Jens-Artur A., in dessen privater Wohnung Grimm an jenem Nachmittag zu Gast gewesen war. Der Verdächtige verstrickte sich bei den Verhören massiv in Widersprüche.
Im Zuge des Prozesses legte der drogenabhängige Angeklagte schließlich ein Teilgeständnis vor einem Gutachter ab. Er gab zu, Andreas Grimm im Streit in seiner Wohnung im Frankfurter Gallusviertel mit einer Schusswaffe getötet zu haben.
- Das Urteil: Im Februar 2006 verurteilte das Landgericht Frankfurt den Täter wegen Totschlags zu elf Jahren Haft. Eine Verurteilung wegen heimtückischen Mordes scheiterte rechtlich daran, dass ohne die Leiche und die Tatwaffe der exakte Ablauf des Verbrechens im Detail nicht lückenlos rekonstruiert werden konnte.
- Das ungelöste Geheimnis: Der Verurteilte schwieg sowohl während des Prozesses als auch während seiner gesamten Haftzeit eisern zum Versteck des Leichnams. Großangelegte Grabungen und Suchen mit Leichenspürhunden im Westerwald blieben ohne jeden Erfolg.
- Größe und Gewicht: ca. 1,86 Meter groß, etwa 86 kg schwer
- Statur: Schlank
- Haare: Kurz und blond
- Besonderes Kennzeichen: Eine deutlich erkennbare Narbe am rechten Oberarm
Der außergewöhnliche Fall wurde umfassend in der Justiz-Dokumentation Verurteilt! – Der Gerichtspodcast (Folge: Kein Mord ohne Leiche) vom Hessischen Rundfunk rekonstruiert. Der damalige Polizeibericht zur Vermisstenfahndung kann im Original beim Presseportal der Polizei Frankfurt nachgelesen werden.