Seit dem Vorabend des Nikolaustages, dem 5. Dezember 2008, wird die damals 47-jährige Frankfurterin Andrea Beate Kunz vermisst. Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Hanau gehen fest von einem Tötungsdelikt aus. Da der Fall trotz einer groß angelegten Neuaufrollung und Fernsehausstrahlung bis heute ungelöst blieb, gilt er als einer der rätselhaftesten Cold Cases im Main-Kinzig-Kreis.
Der Fall im Überblick
- Das Doppelleben: Andrea Kunz stammte aus Frankfurt am Main, mietete jedoch eine Wohnung in Bad Orb (Hessen). Dort arbeitete sie unter den Pseudonymen „Andrea König“ oder „Andrea King“ als selbstständige Prostituierte und Callgirl. Ihre Kunden empfing sie in der Wohnung oder besuchte sie nach telefonischer Absprache bzw. Zeitungsannoncen.
- Das letzte Lebenszeichen: Am Abend des 5. Dezember 2008 brach der Kontakt abrupt ab. Ihr Ehemann erhielt kurz vor ihrem Verschwinden noch einen beunruhigenden Telefonanruf von ihr, in dem sie die Worte „Ich habe Probleme!“ äußerte. Danach verliert sich jede Spur.
- Letzter Aufenthaltsort: Die Ermittlungen ergaben, dass sich ihr Mobiltelefon am Abend ihres Verschwindens im Bereich Mömbris-Hemsbach (Landkreis Aschaffenburg, Unterfranken) in Bayern eingeloggt hatte. Es wird vermutet, dass sie dort ihren letzten Kunden (Freier) traf.
Im Frühjahr 2018 rollten die Ermittler der Frankfurter und Hanauer Behörden den Fall nach fast zehn Jahren noch einmal komplett neu auf. Der Fall wurde detailliert in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ vorgestellt. Obwohl am Fernsehabend rund ein halbes Dutzend neuer Hinweise eingingen, führte keine der Spuren zur Aufklärung der Tat oder zum Auffinden der Leiche.
Besondere körperliche Merkmale (Stand 2008):
- Größe: ca. 1,65 Meter
- Statur: schlank
- Haare: schulterlang, gelockt, schwarz mit auffälligen roten Strähnen
- Dialekt: Sprach auffälliges Frankfurter Hessisch
Die Ermittlungsbehörden fragen insbesondere nach Personen, die im November oder Dezember 2008 Kontakt zu Andrea Kunz (bzw. „Andrea König“) hatten oder Angaben zu ihren damaligen Kunden machen können. Sachdienliche Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Hanau oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Weiterführende Medienberichte zum Fall:
Ausführliche Hintergrundartikel zur Neuaufrollung des Falls und dem mysteriösen letzten Anruf können in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau sowie im Fahndungsbericht von OP-Online nachgelesen werden.
