Ergänzende Leitfäden für die ersten Schritte bei einer Vermisstenanzeige und den Umgang mit Behörden.
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Was Angehörige sofort tun müssen, wenn ein erwachsener Mensch plötzlich verschwindet:
- Krankenhäuser kontaktieren: Fragen Sie bei den örtlichen Kliniken und der Notaufnahme nach, ob die Person dort eingeliefert wurde.
- Umfeld kontaktieren: Rufen Sie Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn und bekannte Anlaufstellen ab. Fragen Sie nicht nur: "Ist er/sie da?", sondern: "Wann wurde er/sie das letzte Mal gesehen und in welcher Stimmung?".
- Rückzugsorte prüfen: Kontrollieren Sie den Wohnraum der Person. Fehlen Ausweise, Geld, Bankkarten, wichtige Medikamente oder Kleidung? Liegt irgendwo ein Abschiedsbrief oder eine Notiz?
- Vermisstenanzeige bei der Polizei: Bei Erwachsenen gilt: Wenn eine akute Gefahr (Suizidgefahr, medizinischer Notfall, Unfall) vorliegt, nimmt die Polizei die Suche sofort auf. Warten Sie nicht erst 24 Stunden!
Ein großes Problem für Angehörige, wenn ein Mensch länger vermisst wird:
- Vollmachten prüfen: Liegt eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht vor? Nur damit dürfen Angehörige laufende Verträge oder Bankkonten des Vermissten verwalten.
- Vorsorgebevollmächtigung / Betreuung: Liegt keine Vollmacht vor, kann beim zuständigen Amtsgericht eine sogenannte Rechtliche Betreuung für die Angelegenheiten des Vermissten beantragt werden. Das BKA gibt hierzu oft erste Auskünfte.
- Laufende Kosten: Miete, Versicherungen und Daueraufträge laufen weiter. Angehörige sollten sich frühzeitig rechtlich beraten lassen (z. B. über den Weisser Ring e.V.), um finanzielle Notlagen zu verhindern.
Die quälende Ungewissheit ist für die Psyche von Angehörigen oft schwerer zu ertragen als eine traurige Gewissheit.
- Gefühle zulassen: Wut, Verzweiflung, Hoffnung und sogar Momente der Freude sind in dieser Situation völlig normal. Schämen Sie sich nicht für Phasen, in denen Sie kurz abgelenkt sind.
- Professionelle Begleitung: Die Belastung bricht oft erst nach Wochen aus. Nutzen Sie die psychosoziale Akuthilfe oder die TelefonSeelsorge, um anonym über Ihre Ängste zu sprechen.
- Strukturen beibehalten: Versuchen Sie, trotz der Suche feste Essens- und Schlafenszeiten einzuhalten. Sie brauchen Ihre Kraft, um für den vermissten Menschen da zu sein, wenn er zurückkehrt oder gefunden wird.
