- ICMP (International Commission on Missing Persons): Die ICMP ist weltweit führend bei der Identifizierung unbekannter Toter nach Naturkatastrophen, Kriegen oder auf globalen Migrationsrouten. Über ihr Online Inquiry Center (OIC) können Angehörige weltweit Daten und DNA-Proben einreichen, um sie mit Profilen unidentifizierter Leichen abzugleichen.
- Interpol "I-Familia" & "Black Notices": Interpol nutzt das System I-Familia, um über die DNA von Verwandten unidentifizierte Leichen weltweit über Ländergrenzen hinweg zuzuordnen. Zudem senden Polizeibehörden sogenannte Black Notices an Interpol, um Informationen zu im Ausland gefundenen Toten auszutauschen.
In Nordamerika gibt es sehr fortschrittliche und für die Öffentlichkeit zugängliche Datenbanken für unbekannte Tote (dort oft als "John Doe" oder "Jane Doe" bezeichnet):
- NamUs (USA): Das National Missing and Unidentified Persons System ist die wichtigste Datenbank der USA. Hier kann auch die Öffentlichkeit gezielt nach unbekannten Toten anhand von Fundorten, Merkmalen, Kleidung, Tätowierungen oder Zahnstatus suchen.
- FBI ViCAP (USA): Das ViCAP-Portal des FBI listet unidentifizierte verstorbene Personen auf, bei denen der Verdacht auf ein Gewaltverbrechen besteht, um weltweite Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten.
- NCMPUR (Kanada): Kanada betreibt das National Centre for Missing Persons and Unidentified Remains, welches Fälle von unidentifizierten menschlichen Überresten im kanadischen Staatsgebiet bündelt.
Hinweis für Forenmitglieder: Wenn Sie den begründeten Verdacht haben, dass ein Angehöriger im außereuropäischen Ausland verstorben ist, ist neben den Datenbanken das Auswärtige Amt bzw. die jeweilige Botschaft des Ziellandes der wichtigste erste offizielle Ansprechpartner für einen DNA-Abgleich.
