2006-Mord an Karen Gaucke und ihrer Tochter Clara

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2006-Mord an Karen Gaucke und ihrer Tochter Clara

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Karen und Clara Gaucke sind bis heute vermisst!


Mord ohne Leichen
25. MĂ€rz 2007, 12:15 Uhr

Ein Mann steht im Verdacht, seine Ex-Freundin und die gemeinsame Tochter umgebracht zu haben. Alle Indizien sprechen gegen ihn. Aber der Mann, Abteilungsleiter Michael P., 38, schweigt. Und - es gibt keine Spur der Toten. Jetzt soll das Landgericht Hannover Recht sprechen. Von Peter Sandmeyer
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Beamte der Bundespolizei durchkĂ€mmen ein Waldgebiet bei Burgdorf - sie sind zwei Monate nach dem Verschwinden von Karen Gaucke und ihrer kleinen Tochter Clara am 15. Juni 2006 auf der Suche nach Hinweisen. Zeugen hatten Michael P., den frĂŒheren Leben© Rainer Jensen/dpa; ddp; michael thomas

Menschen, die ihr Leben in GerichtsgebĂ€uden zubringen, scheinen im Lauf der Zeit deren Farbe anzunehmen. Sie werden grau. Diese Beobachtung gilt unabhĂ€ngig davon, welche Rolle die Menschen im Gericht spielen, sie trifft fĂŒr Richter ebenso zu wie fĂŒr StaatsanwĂ€lte oder Verteidiger, sogar regelmĂ€ĂŸige Zuschauer werden grau.

Mit der ruinösen Wirkung langjĂ€hriger Nahrungsaufnahme in Gerichtskantinen lĂ€sst sich das PhĂ€nomen nicht erklĂ€ren. Es muss etwas damit zu tun haben, dass bei Prozessbeteiligten ursprĂŒnglich die Vorstellung existierte, mit ihrer TĂ€tigkeit etwas zur Herstellung von Gerechtigkeit beizutragen; dass diese Vorstellung aber in der RealitĂ€t des Gerichtsalltags immer mehr versprödet, verblasst und ergraut. Die Verfahrensbeteiligten im Saal 127 des Landgerichts Hannover haben diese Entwicklung hinter sich. Richter, Schöffen, StaatsanwĂ€lte, die Verteidigerin, der Anwalt der NebenklĂ€ger: grau.
Grabsteine fĂŒr ein Grab ohne Leichen

Das Gericht betritt den Saal, das Publikum erhebt und setzt sich wieder, Zeugen werden vernommen, SachverstĂ€ndige gehört, Tatortfotos besichtigt, Spurenbilder begutachtet. Bisher an 14 Verhandlungstagen. Ist etwas in Augenschein zu nehmen und alle Verfahrensbeteiligten schreiten zum Richtertisch, sieht man, wie klein die Verteidigerin ist und dass der fĂŒllige Staatsanwalt unter der Robe Jeans trĂ€gt. Ein Verbrechen wird eingekreist. Nachmittags scheint manchmal die Wintersonne in den Saal. Dann eilt ein Justizbeamter zu den hohen Fenstern, lĂ€sst Jalousien herab, und das Licht ist wieder grau. An den meisten Tagen ist ein Ehepaar aus Freiburg anwesend, Hans und Gabriele Gaucke, ehemalige Gymnasiallehrer, beide ĂŒber 70. Die NebenklĂ€ger. Bei einem Steinmetz haben sie einen Grabstein in Auftrag gegeben, der zwei Namen tragen soll: Karen Gaucke, geboren 1968, und Clara Gaucke, geboren 2005. Nach Lage der Dinge wird dieser Grabstein nie ĂŒber den beiden Toten stehen, fĂŒr die er bestimmt ist. Deren Körper liegen irgendwo, versenkt in einem Teich, vergraben in einem Moor, einem feuchten WaldstĂŒck. Trotz der grĂ¶ĂŸten Suchaktion in der Geschichte Niedersachsens wurden sie nicht gefunden. Der Mann, der nach Überzeugung der StaatsanwĂ€lte und NebenklĂ€ger den Ort kennt, sitzt auf der Anklagebank. Und schweigt. Ihm gegenĂŒber die NebenklĂ€ger - Eltern und Großeltern der Toten. Und schauen ihn an. Zwischen ihnen 20 Schritte und ein Doppelmord. Aber fĂŒr den existiert kein Zeuge, kein direkter Beweis - nicht einmal die Leichen.

In einem Strafverfahren soll begangenes Unrecht gesĂŒhnt und dadurch die ins Ungleichgewicht geratene Welt wieder in Balance gebracht werden. Dazu bedarf es zuallererst des Verstehens einer Tat - nicht des VerstĂ€ndnisses fĂŒr sie, aber des Begreifens, was den TĂ€ter bewegt und getrieben hat; Habgier, Eifersucht, Wut, deformierter Sexualtrieb, das Feld ist weit. Ohne Begreifen keine angemessene Strafe, keine Gerechtigkeit. Wahrscheinlich ist das, was Zuschauer schon um sieben Uhr morgens vor dem GerichtsgebĂ€ude in Hannover anstehen lĂ€sst, der Wunsch zu verstehen. Dieser Angeklagte im Saal 127 kommt nicht vom Rand der Gesellschaft. Michael P. ist AnzugtrĂ€ger. Ein Abteilungsleiter. Einer, dem man bedenkenlos einen Gebrauchtwagen abkaufen und seine Tochter anvertrauen wĂŒrde. Wer ist dieser Mann?, wollen die Anwesenden im Saal 127 wissen.
Der Angeklagte schweigt

Die einzigen Aussagen, die er zu Beginn des Prozesses macht - machen muss, sind die zur Person. Seinen Namen nennt er, "geboren am 23. November 1968 in Göttingen; erlernter Beruf: Diplomkaufmann; letzter BeschĂ€ftigungsort: Tui". Zum Familienstand sagt Michael P.: "Ledig." Und: "Zwei Kinder, ca. ein Jahr alt." Bei seiner Einlieferung in die Untersuchungshaft hatte er noch angegeben, "ein Kind". Das andere, glauben die Ermittler, hat er getötet und beseitigt. Die Vorgeschichte beginnt 2004. Michael P. fĂŒhrt ein angenehmes Leben. Der schlanke sportliche Mann mit den straff zurĂŒckgekĂ€mmten mittelblonden Haaren ist in der Tui-Zentrale Abteilungsleiter im Controlling, rund 3000 Euro netto im Monat. Er hat einen Audi Kombi als Dienstwagen, unbegrenzte Kilometer und Sprit umsonst. Auch dass der Reisekonzern unter seinen Mitarbeitern einen Frauenanteil von 80 Prozent hat, weiß der Single zu schĂ€tzen. Seine Feierabende verlebt er in wechselnder Gesellschaft, seine Urlaube in der Karibik oder in Mexiko, am Wochenende MotorradausflĂŒge in den Harz, er lĂ€uft Ski, spielt Basketball und Golf. Er ist fleißig, kompetent, kontaktfreudig, beliebt, aufstiegsorientiert. Er hat Aussicht auf anhaltende Karriere und glasklare Vorstellungen von seiner Zukunft: Reihenhaus mit Garten, gutes Auto, passende Frau, Kind, Hund. Das Auto soll ein großer Audi, der Hund ein Golden Retriever sein.
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Re: 2006-Mord an Karen Gauke und ihrer Tochter Clara

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Da muss mehr gewesen sein

Von Friedrichsen, Gisela

Selten prallen Rechte so hart aufeinander wie im Gaucke-Prozess. Die Eltern fragen nach der verschwundenen Tochter und der Enkelin - und der Angeklagte schweigt. Von Gisela Friedrichsen

Als Karen Gaucke, 37, und ihr Baby am 15. Juni 2006, einem Donnerstag, aus ihrer Wohnung in Hannover scheinbar spurlos verschwanden, befand sich der Kindsvater in einer Situation, die den meisten MĂ€nnern nicht nur Bauchschmerzen, sondern AlptrĂ€ume bereiten wĂŒrde. Da gab es nĂ€mlich neben der sieben Monate alten nichtehelichen Tochter Clara von Karen Gaucke auch noch einen fĂŒnf Monate alten nichtehelichen Ole von einer anderen Frau. Der Kindsvater hatte, kaum dass er von der ersten ungewollten Schwangerschaft erfuhr, gleich die nĂ€chste Frau geschwĂ€ngert.

DarĂŒber hinaus gab es eine aktuelle Geliebte sowie eine ganze Schar abgelegter Damen. Und sĂ€mtliche Beteiligte waren, gleichsam Krönung der UmstĂ€nde, beim TUI-Konzern Hannover beschĂ€ftigt.

Karen Gaucke war, nach Mutterschutz und Erziehungszeit, gerade wieder an ihren Arbeitsplatz bei der TUI zurĂŒckgekehrt. An Peinlichkeit kaum zu ĂŒberbietendes Gerede stand dem Mann also bevor. Und ErklĂ€rungsnot wegen der Geliebten, von der zwar Karen Gaucke wusste und demnĂ€chst vermutlich viele andere Mitarbeiter auch erfahren wĂŒrden - aber Oles Mutter nicht. Ausgerechnet mit ihr aber lebte er zusammen.

Auch die Karriere des Kindsvaters war in Gefahr. Man kennt doch die Fragen: Wenn der Leiter einer Controlling-Abteilung, von dem Pflichtbewusstsein und analytisches Handeln verlangt werden, gleich zwei Kolleginnen schwÀngert und weitere Liebschaften unterhÀlt - kann man sich auf diesen Mitarbeiter verlassen?

Michael P., 38, muss sich seit dem 23. Januar vor dem Landgericht Hannover wegen der Morde an Karen Gaucke und Tochter Clara verantworten. Die Beweise scheinen erdrĂŒckend. So hatte P. am 14. Juni, also einen Tag vor dem Verschwinden von Mutter und Kind, in Braunschweig einen Leihwagen, einen Toyota Avensis, vom 15. bis zum 17. Juni reserviert - wofĂŒr er nur fadenscheinige GrĂŒnde angeben kann. Die Staatsanwaltschaft verdĂ€chtigt ihn, damit die Leichen weggeschafft zu haben.

FĂŒr den Abend des 15. Juni hatte sich P. mit Karen Gaucke bei ihr zu Hause verabredet, um mit ihr das leidige Thema Unterhalt zu klĂ€ren. Bis 19.45 Uhr telefonierte Karen Gaucke mit einer Freundin. Dann beendete sie das GesprĂ€ch. Sie mĂŒsse jetzt rasch Clara fĂŒttern und zu Bett bringen, da um 20 Uhr P. komme. Seither gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihr und dem Kind, bis heute nicht. Wo sind die beiden? Dass sie noch leben, ist so gut wie ausgeschlossen. Wo aber sind dann die Leichen?

P. bestreitet die Verabredung nicht; er sei pĂŒnktlich gekommen und habe geklingelt, doch es habe niemand geöffnet, sagte er anfangs bei der Polizei. Er habe noch einmal geklingelt, gewartet und Karen schließlich eine SMS geschrieben: "Wo bist du? Wir waren verabredet. Ich warte noch. Melde dich." Sie habe auch darauf nicht geantwortet. Um 21 Uhr, nachdem er eine halbe Stunde lang umhergefahren sei, habe er erneut erfolglos geklingelt. Mit dem Verschwinden der beiden Personen, beteuerte er, habe er nichts zu tun.

Gegen 21.10 Uhr sei er nach Hause gefahren, weil er mit dem Fahrrad zu einem Biergarten wollte, wo sich Freunde - es war Fußball-WM - zum Fernsehen getroffen hatten. Auf dem Weg habe er gemerkt, dass ein Reifen fast platt war. Daher sei er wieder zurĂŒckgefahren und habe seinen Dienstwagen, einen Audi, genommen.

Etwa zur Halbzeit, gegen 22 Uhr, sei er eingetroffen und habe mit den Freunden bis etwa 23.15 Uhr zusammengesessen. Anschließend sei er direkt nach Hause gefahren - nein, in Gedanken angeblich erst in Richtung der Geliebten und dann erst gen Heimat. Der Leihwagen, den er nachmittags in Braunschweig abgeholt hatte, habe bis Samstag ungenutzt in der NĂ€he seiner Wohnung gestanden.

Wozu hat P. ihn dann gemietet? Und warum in Braunschweig? In Hannover gibt es doch genĂŒgend Autoverleih-Firmen.

Er habe mit seiner Geliebten ein paar schöne Tage verbringen wollen, sagt er zunĂ€chst. Nur: Diese Frau wusste nichts von ihrem GlĂŒck. Sie war nach Paris gereist zu einem Robbie-Williams-Konzert.

Dann erklĂ€rt P. die Anmietung des Wagens damit, dass er mal einen Toyota habe testen wollen, falls ihm der Dienstwagen weggenommen wĂŒrde. Nur: Wer einen Toyota ausprobieren will, bekommt in der nĂ€chsten Niederlassung den gewĂŒnschten

Typ fĂŒr eine Testfahrt gratis. Und ein Entzug des Dienstwagens stand laut Aussage eines Vorgesetzten nie zur Debatte.

Die Staatsanwaltschaft nimmt daher an, dass Karen Gaucke an jenem Juni-Abend P. nichtsahnend einließ. Und dass er sie und das Kind dann "unter Einsatz massiver körperlicher Gewalt, mutmaßlich eines Schlag- oder Stichwerkzeugs", tötete. Abwegig ist diese Vermutung nicht. Denn in Karen Gauckes Wohnung fanden die Ermittler Spuren, die auf ein wahres Blutbad in KĂŒche und Bad hindeuteten.

Als die Polizei die Wohnung betrat, habe die KĂŒche fast steril ausgesehen, sagte ein Zeuge vor Gericht, so, als habe jemand besonders grĂŒndlich gewischt und geschrubbt; bei Karen Gaucke habe es nie so aufgerĂ€umt ausgesehen. Doch als die Fahnder die Waschmaschine von der Wand rĂŒckten, entdeckten sie eine Lache eingetrockneten Blutes der jungen Mutter. Blut auch unter den HerdfĂŒĂŸen, den Fußleisten, Tropf- und Rinnspuren am Backofen, Spritzer im Bad, an den WĂ€nden, in den Fugen der gesĂ€uberten Fliesen.

SchĂŒppchen vertrockneten Blutes, die laut Aussage eines SachverstĂ€ndigen von glattem Material wie einer PlastiktĂŒte oder -plane abgefallen sein mĂŒssen, fand man im Kofferraum des Leihwagens. Soll diese Spur etwa auch der große Unbekannte gesetzt haben, wie P. offenbar glauben machen will? Manche Spuren sind so winzig, dass das Auge sie nicht mehr wahrnimmt - und dennoch bringt die moderne Kriminaltechnik sie ans Licht. FĂŒr Zweifel bleibt im Fall Gaucke kaum noch Raum. "Da muss mehr gewesen sein", der SachverstĂ€ndige ist sich sicher, an Kleidung, an WischtĂŒchern. Man muss nicht Meisterdetektiv sein, um sich vorzustellen, wie das Blut Karen Gauckes in P.s Leihwagen kam.

Seitdem er des Doppelmordes beschuldigt wird, schweigt P. Er schweigt auch vor Gericht. Er sitzt einsam auf der Anklagebank, hinter seiner AnwĂ€ltin Hela RischmĂŒller-Pörtner, die ihn tapfer verteidigt - und er schweigt. Das sei gutes Recht jedes Angeklagten, sagen die Juristen. Kein Mensch mĂŒsse sich selbst belasten, keiner dĂŒrfe zu einem GestĂ€ndnis gezwungen werden. Und wenn ein Angeklagter nichts sagen wolle, dĂŒrfe das Gericht ihm dies nicht nachteilig auslegen.

"Controller sind normalerweise seelenlose Menschen", sagt P.s Chef als Zeuge. P. schweigt. Eine Freundin erinnert sich, dass Karen Gaucke P. mal einen "moralisch desorientierten, wankelmĂŒtigen und skrupellosen, ja gewissenlosen Menschen" nannte. Er schweigt. Ein SachverstĂ€ndiger erklĂ€rt, auch an P.s Schuhen, die er an jenem Abend getragen hat, sei Karen Gauckes Blut gefunden worden. Wie kam es dorthin, wenn er am Tattag angeblich nicht in der Wohnung war? P. schweigt. Der Vorsitzende Richter Bernd RĂŒmke fragt ihn nachdrĂŒcklich, ob er nicht doch etwas dazu sagen möchte. P. schweigt.

Es ist unbestritten sein Recht. Doch nicht von jedem Recht muss Gebrauch gemacht werden. Der Inhaber eines Rechts kann auch darauf verzichten, wenn die Pflicht, die einem Recht meist auf dem Fuß folgt, so herandrĂ€ngt wie im Fall Gaucke.

Wie kann einer auf seinem Schweigerecht beharren, wenn ihm ein Vater und eine Mutter gegenĂŒbersitzen, die die Ungewissheit, was mit Tochter und Enkelkind geschehen ist, schier zerreißt? Die Hoffnung, die Verschwundenen lebend wiederzusehen, haben die Gauckes aufgegeben. Doch sie wollen wissen, wo die Toten sind. Das ist mehr als nur ein Anliegen. Haben sie nicht ein Recht darauf, an einem Grab zu trauern? Dieses Recht steht im Gegensatz zum Schweigerecht des Angeklagten in keinem Gesetzbuch. Doch es ist im Gewissen eines jeden Menschen, der noch ĂŒber ein Quentchen HumanitĂ€t verfĂŒgt, verankert. Wie hĂ€lt P. das Schweigen aus? Darf er das Leid der Eltern noch steigern, indem er ungerĂŒhrt auf seinem Vorteil besteht? Selten prallen geschriebenes und ungeschriebenes Recht so hart aufeinander wie im Fall Gaucke.

Zweifel, ob P. mit dem mutmaßlichen Verbrechen an Karen und Clara Gaucke etwas zu tun hat, schwinden zusehends. Über P. urteilen hellwache und hellhörige Richter. Ihnen ist der nur durch den Angeklagten auflösbare Konflikt der Interessen bewusst. Denn jeder Hinweis auf die Leichen kĂ€me einem GestĂ€ndnis gleich, das aber weder durch Druck noch gar durch Drohung herbeigefĂŒhrt werden darf. Doch die Rechnung - sage nicht, wo die Leichen sind, dann kann man dir nichts oder höchstens Totschlag nachweisen - geht nicht ohne weiteres auf, wenn sich so viele Mosaiksteine zu einem Bild fĂŒgen.

Der Ă€ltere Bruder Karen Gauckes, vom Gericht ĂŒber die Beziehung der Schwester zu P. befragt, beschrieb ein flĂŒchtiges Urlaubsabenteuer, das kurz darauf, als die gegenseitige UnvertrĂ€glichkeit schon ĂŒberdeutlich war, noch zu einer Schwangerschaft fĂŒhrte. "Karen rechnete ĂŒberhaupt nicht mehr damit, schwanger werden zu können", sagte der Bruder. Doch um des Kindes willen habe man es dann noch einmal miteinander versuchen wollen. "WĂ€hrenddessen setzte er schon das andere Kind an", so die Formulierung des Bruders. "Ich habe meine Schwester noch nie so aufgelöst und verletzt erlebt wie damals, als sie davon erfuhr."

Aus dieser EnttĂ€uschung mögen die Streitereien zwischen Karen Gaucke und P. rĂŒhren, die an jenem 15. Juni endgĂŒltig beendet werden sollten. P. war wohl zahlungswillig, doch die Berechnungen gestalteten sich schwierig. Ein Kind mit Anspruch plus eine Mutter, dann ein zweites Kind, eine zweite Mutter. Dann die RĂŒckkehr der MĂŒtter ins Berufsleben, was jeweils die Höhe der Alimente verĂ€nderte - und dazu die prinzipienstarke Karen Gaucke, die "nervte", wie Zeugen sagten, dass P. nicht pĂŒnktlich zahle und nicht genug zahle und Unterlagen zurĂŒckhalte.

Inzwischen gaben zwei MithĂ€ftlinge als Zeugen zum Besten, was P. ihnen angeblich ĂŒber die Tat erzĂ€hlt hatte. Von hinten die Kehle durchgeschnitten, das Kind erstickt, in MĂŒlltĂŒten verpackt, irgendwo vergraben - man kann viel behaupten, wenn die Leichen fehlen. Die Verteidigerin klagt ĂŒber fortdauernde Ermittlungen der Polizei, die ihr die Arbeit erschwerten. Obwohl der hannoversche Rechtsanwalt Matthias Waldraff ihnen vorbildlich beisteht, sind die Gauckes am Ende ihrer Kraft.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50578090.html
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Urteil

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UrteilsverkĂŒndung Karen Gaucke aus Geiz getötet
20. MĂ€rz 2007, 11:52 Uhr

Der Mörder von Karen Gaucke muss lebenslÀnglich ins GefÀngnis. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Michael P. seine Ex-Freundin und die gemeinsame Tochter umgebracht hat - um Geld zu sparen. Die Leichen der Opfer wurden bis jetzt nicht gefunden.
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Michael P. brachte seine Ex-Freundin Karen Gaucke und die gemeinsame Tochter um, um den Unterhalt zu sparen und frei fĂŒr eine neue Frau zu sein© Polizei Hannover/DDP

Michael P., der Mörder der spurlos mit ihrem Baby verschwundenen Karen Gaucke aus Hannover, ist zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Hannover stellte zudem die besondere Schwere der Schuld des 38 Jahre alten Ex-Freundes von Gaucke und Vater des Kindes fest, womit eine Freilassung nach VerbĂŒĂŸung von 15 Jahren Haft ausgeschlossen wĂ€re. "Das Schwurgericht hat keine Zweifel daran, dass der Angeklagte Karen und Clara Gaucke getötet hat", sagte der Vorsitzende Richter Bernd RĂŒmke.

Die Kammer rĂ€umte zwar ein, dass sie in dem Indizienprozess nicht alle Einzelheiten des Geschehens im Juni vergangenen Jahres habe aufklĂ€ren können. "Niemand hat die Tat gesehen oder gehört. Trotz intensiver Suche wurden die Leichen bisher nicht gefunden", sagte RĂŒmke. Aber nach den Zeugenaussagen und Gutachten von SachverstĂ€ndigen sei sicher, dass die 37-JĂ€hrige und ihre damals sieben Monate alte Tochter tot seien. Die wichtigsten Indizien waren Blutspuren in der Wohnung, im Kofferraum eines von dem 38-JĂ€hrigen gemieteten Autos und an dessen Schuhen. Als Motiv gilt, dass Ex-Freundin und Tochter ihm unter anderem wegen der Unterhaltszahlungen von monatlich 950 Euro im Weg gestanden hĂ€tten.
Neue Freundin und eine Geliebte

Michael P. lebte zur Tatzeit mit einer neuen Partnerin zusammen, mit der er ebenfalls ein Baby hatte. Gleichzeitig hatte er eine Geliebte. Karen Gaucke hatte er nach Angaben bei seiner polizeilichen Vernehmung im Dezember 2004 bei einem Urlaub in Ägypten kennen gelernt. Er habe sich aber bald wieder von ihr getrennt. Von der Schwangerschaft wollte er erst im MĂ€rz 2005 erfahren haben. Dann hĂ€tten sie ihre Beziehung wieder aufgenommen, bis er eine neue Beziehung begann. Als Zeuge hatte ein wegen Mordes verurteilter HĂ€ftling ausgesagt, Michael P. habe ihm im GefĂ€ngnis erzĂ€hlt, dass er Karen Gaucke und ihr Baby in den spĂ€ten Abendstunden des 15. Juni 2006 getötet habe. Die Leichen habe er in MĂŒlltĂŒten verpackt und mit einem Mietauto abtransportiert.

Der Manager hörte den Urteilspruch reglos an. Er hatte im gesamten Prozess geschwiegen. Das Schwurgericht folgte im Urteil den AntrÀgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigerin des Mannes hatte Freispruch gefordert.
Stichwort: Indizienprozess

Bei Indizienprozessen ist das Gericht bei seiner Urteilsfindung allein auf Beweisanzeichen (Indizien) angewiesen. Dies geschieht immer dann, wenn der Angeklagte wie im Mordfall Karen Gaucke und ihrer Tochter Clara zu der ihm zur Last gelegten Tat die Aussage verweigert. Dieses Recht wird dem Beschuldigten zugestanden, damit er sich nicht selbst belasten muss. Dasselbe gilt fĂŒr enge Verwandte.

Die Strafprozessordnung lĂ€sst eine Verurteilung nur nach Indizienbeweisen zu. Die Beweise wie FingerabdrĂŒcke, Blutspuren oder Fasern haben im Prozess oft grĂ¶ĂŸeres Gewicht als die Aussagen von Augenzeugen, die unzuverlĂ€ssig und leicht beeinflussbar sind. Indizienprozesse sind hĂ€ufig langwierig und erfordern vom Gericht akribische Detailarbeit, um sich aus den PuzzlestĂŒcken von Aussagen und anderen Hinweisen ein Gesamtbild zu machen. Urteile auf Grund von Indizien ziehen zudem hĂ€ufig Berufungs- und Revisionsverfahren nach sich.

http://www.stern.de/panorama/urteilsver ... 85115.html
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Ungelesener Beitrag von Patty »

15.06.2010 | 17:11 Uhr
Mordfall
Polizei sucht wieder nach Gaucke
Der Mordfall Gaucke lÀsst die Polizei auch exakt vier Jahre spÀter nicht ruhen. Der Mörder von Karen Gaucke und ihrer sieben Monate alten Tochter Clara ist inzwischen zwar rechtskrÀftig zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt - allein die Leichen von Mutter und Tochter sind noch immer verschwunden.

Hannover. Jetzt hat die Polizei erneut mit speziellen SpĂŒrhunden in abgelegenen Gebieten im Raum Hannover und Braunschweig gesucht. Da es Hinweise gibt, dass die Tiere eine Spur aufgenommen haben könnten, ist eine dritte Aktion geplant, sagte am Dienstag Hannovers Polizeisprecher Stefan Wittke der Nachrichtenagentur dpa. Weitere Details wollte er nicht nennen.

Karen und Clara Gaucke waren am 15. Juni 2006 spurlos in Hannover verschwunden. An diesem Tag war der Ex-Freund der 37-JĂ€hrigen, der auch der Vater des kleinen MĂ€dchens war, zu einem GesprĂ€ch ĂŒber Unterhaltszahlungen mit Karen Gaucke in ihrer Wohnung in Hannover verabredet.

Nach Überzeugung des Gerichts tötete der Manager beide, weil sie seinem Leben mit einer neuen Familie im Weg standen. Anschließend soll er die Leichen mit einem in Braunschweig gemieteten Wagen abtransportiert und verscharrt haben. Im Prozess hatte der Mann aber eisern geschwiegen.

Die Hoffnung auf eine neue Spur von Karen Gaucke hat auch die Eltern der jungen Frau erreicht, die in SĂŒddeutschland leben. „Die Nachricht baut die Eltern auf. Sie sind dankbar, dass bei der Kripo die Akten nicht geschlossen werden“, sagte am Dienstag der Anwalt der Eltern, Matthias Waldraff. Die Mitteilung sei gerade am vierten Todestag von Tochter und Enkelin eine riesige Entlastung. „Die Eltern haben unvermindert die Hoffnung, dass die Leichen gefunden werden.“

Erstmals hatte die Polizei in Hannover auf der Suche nach der Mutter und ihrem Baby sogenannte „Mantrailer“-Hunde eingesetzt. Sie sind speziell zum AufspĂŒren von Menschen ausgebildet. Sie folgen dem individuellen Geruch eines Gesuchten, dem sie auch noch nach Jahren nachspĂŒren können. Die Hunde befinden sich in Privatbesitz und gehören nicht der Polizei.

Die Tiere wurden in Niedersachsen bereits mit großem Erfolg eingesetzt. Im Fall einer ermordeten Prostituierten aus Hannover hatten die Hunde nach Polizeiangaben auch zwei Jahre nach der Tat noch spektakulĂ€re Arbeit geleistet und mit zur Anklage des TatverdĂ€chtigen beigetragen.

In den Jahren nach dem Doppelmord an Karen und Clara Gaucke hatten die Ermittler bei Dutzenden Suchaktionen erfolglos Hubschrauber und ein Sonarboot eingesetzt. Auch Hundertschaften der Polizei durchkĂ€mmten ohne Erfolg ganze Waldgebiete. Die Suche mit den Mantrailer-Hunden ist allerdings ebenfalls aufwĂ€ndig: Die hochempfindlichen Tiere sind stets nur kurze Zeit einsetzbar. „Die Suche muss nach einigen Stunden abgebrochen werden, weil die Hunde dann nicht mehr konzentriert arbeiten können“, erlĂ€utert Polizeisprecher Wittke. dpa

http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine ... ach-Gaucke
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der Fall Karen und Clara Gauke

Ungelesener Beitrag von Patty »

17. Mai 2010, 21:46
Chronologie Der Fall Karen und Clara Gaucke
Karen Clara Gauke.jpg
Eine Chronologie vom Verschwinden der Mutter Karen Gaucke und ihres Kindes Clara ĂŒber die erfolglose Suche nach ihren Leichen bis zur Verurteilung ihres ehemaligen LebensgefĂ€hrten wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

15. Juni 2006: Karen Gaucke und Clara verschwinden aus ihrer Wohnung in Hannover. Am Abend dieses Tages hatte die 37-JĂ€hrige ihren Ex-Freund zu einem GesprĂ€ch ĂŒber Unterhaltszahlungen erwartet.
Karen Gaucke und Clara
Karen Gaucke und ihre Tochter Clara.
(Foto: Foto: dpa)

23.-30. Juni: Unter der EinbaukĂŒche in Gauckes Wohnung wird eine große Lache ihres Blutes entdeckt. Die Polizei spricht erstmals öffentlich davon, dass Mutter und Tochter Opfer eines Verbrechens geworden sein könnten. Gegen den 38 Jahre alten Ex-Freund-wird Haftbefehl erlassen. An seinen Turnschuhen werden Blutspuren von Karen Gaucke gefunden. Der Manager weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck.

10. Juli: Die Polizei sucht mit Tauchern und SpĂŒrhunden einen See in Burgdorf bei Hannover ab. Ein Zeuge hatte dort den VerdĂ€chtigen und ein von ihm gemietetes Auto gesehen. Die Suche bleibt ebenso erfolglos wie zahlreiche weitere Aktionen.

13. Juli: Die Eltern von Karen Gaucke veröffentlichen in einer Zeitung einen Brief, in dem sie den 38-JÀhrigen bitten: "Legen Sie ein GestÀndnis ab". Dieser Appell verhallt folgenlos, ebenso wie spÀter folgende.

18. Juli: Die Staatsanwaltschaft Hannover gibt bekannt, dass Kriminaltechniker in dem Mietwagen des Ex-Freundes DNA-Spuren von Karen Gaucke gefunden haben.

29. August: Polizeitaucher entdecken auf der Suche nach Karen Gaucke in einem See bei Steinwedel (Region Hannover) eine mÀnnliche Leiche in einem versenkten Auto. Der seit 1992 vermisste Mann hatte sich selbst getötet.

12. September: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Ex- Freund von Karen Gaucke wegen zweifachen Mordes.

27. September: Auf der Suche nach Gaucke finden die Ermittler im Mittellandkanal in der Region Hannover die Leiche eines mÀnnlichen Selbstmörders.

30. November: Der ursprĂŒnglich fĂŒr diesen Tag geplante Auftakt des Prozesses gegen den 38-JĂ€hrigen wird wegen Erkrankung eines Richters verschoben.

23. Januar 2007: Im Landgericht Hannover beginnt der Prozess wegen zweifachen Mordes.

20. Februar 2007: Die Schwurgerichtskammer verurteilt den 38-JĂ€hrigen wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellt die besondere Schwere der Schuld fest.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/chr ... e-1.672443

So wundervoll das Foto von Mutter und Tochter.
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Verurteilter stirbt in Haft

Ungelesener Beitrag von Patty »

Nach Krankheit Gaucke-Mörder Michael P. stirbt in Haft

Michael P., der Mörder von Karen und Clara Gaucke , ist tot. Wie das Justizministerium bestÀtigte, verstarb der zu lebenslanger Haft verurteilte Doppelmörder in der Nacht zu Donnerstag in der Göttinger Uni-Klinik.
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Hannover gedenkt schweigend der NSU-Opfer
Von Tobias Morchner
Artikel veröffentlicht: Donnerstag, 23.02.2012 18:40 Uhr
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Michael P., der Mörder von Karen Gaucke und ihrer Tochter, ist tot. Das Foto zeigt ihm auf den Weg zur Verhandlung, in der er schuldig gesprochen wurde.
Quelle: Tim Schaarschmidt (Archivbild)

Hannover/Göttingen. Nach Informationen der HAZ war er am Abend mit einem Rettungswagen von der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in das Krankenhaus gebracht worden, weil der 43-JĂ€hrige ĂŒber akute Atembeschwerden geklagt hatte. Die Ärzte diagnostizierten ein Lungenödem. Um 23.35 Uhr erlag P. im Klinikum seiner schweren Erkrankung. Bei dem ehemaligen TUI-Manager war im November 2010 Hodenkrebs diagnostiziert worden.

Kaum ein Fall in den vergangenen Jahren hat bundesweit so viel Aufsehen erregt, wie der Mordfall Gaucke. Immer wieder setzte die Polizei in den vergangenen Jahren Suchaktionen an, die allesamt ergebnislos verliefen. Bis heute ist ungeklĂ€rt, wie Karen Gaucke und ihr sieben Monate altes Baby Clara getötet und wohin die Leichen gebracht wurden. Was im Juni 2006 als Vermisstenfall begann, endete im Februar 2007 in einem spektakulĂ€ren Indizienprozess. Nach sechzehn Sitzungstagen wurde Michael P. schließlich schuldig gesprochen. Zudem stellte der Vorsitzende Richter die besondere Schwere der Schuld fest - unter anderem weil P., nach Ansicht der Kammer, die Taten unter anderem aus HeimtĂŒcke und niederen BeweggrĂŒnden begangen hatte.

Der Gaucke-Mörder Michael P. ist in der Nacht zu Donnerstag gestorben. Er litt seit einiger Zeit an Hodenkrebs.
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FĂŒr Hans und Gabriele Gaucke, die Eltern beziehungsweise Großeltern der Getöteten, war die Nachricht vom Tod des Michael P. ein Schock. „Sie empfinden keine Genugtuung, auch wenn sie von nun an mit dem Umstand leben mĂŒssen, dass es jetzt wahrscheinlich keine endgĂŒltige Gewissheit ĂŒber den Verbleib der Leichen ihrer Tochter und ihrer Enkelin geben wird“, erklĂ€rte Rechtsanwalt Matthias Waldraff, der die Angehörigen bereits im Prozess gegen Michael P. als NebenklĂ€ger vertreten hatte.

Bis zuletzt hatten die Eltern den Glauben nicht aufgegeben, der verurteilte Doppelmörder werde irgendwann sein Schweigen brechen und den Ort preisgeben, an dem er die Leichen versteckt hat. Vater Hans Gaucke schrieb Michael P. regelmĂ€ĂŸig Postkarten in die Zelle. Der Inhalt der Zeilen war immer der gleiche: „Sagen Sie uns bitte, wo Karen und Clara sind, damit wir zur Ruhe kommen können.“ Doch P. schwieg beharrlich. Auch nach dem Tod des Doppelmörders ist die Hoffnung der Angehörigen, Hinweise auf das Versteck der Leichen zu bekommen, weiterhin groß. Zwar gibt es nach Informationen dieser Zeitung keinen offiziellen Abschiedsbrief oder ein VermĂ€chtnis des 43-JĂ€hrigen. Eine erste Sichtung der Unterlagen in P.s Rosdorfer Zelle durch Justizbeamte hat ebenfalls keine keinerlei Aufzeichnungen ĂŒber die Tat zu Tage gefördert.

„Das ganze Material wird jetzt in den nĂ€chsten Tagen durch die Polizei grĂŒndlich und in aller Ruhe ausgewertet“, sagt Rechtsanwalt Waldraff. Die Beamten werden auch die Besuchsliste des GefĂ€ngnisses durchsehen und mit den Personen sprechen, die Michael P. in den vergangenen Tagen und Wochen regelmĂ€ĂŸig besucht haben. „Es besteht die Möglichkeit, dass sich P. seiner Mutter oder anderen Kontaktpersonen anvertraut hat“, erklĂ€rt Waldraff. Diese Personen wĂ€ren nach dem Tod des Verurteilten nicht mehr zu ihrer Verschwiegenheit verpflichtet. Strafverteidiger Matthias Waldraff selbst hatte in jĂŒngster Vergangenheit intensive BemĂŒhungen unternommen, um Michael P. zu einem GesprĂ€ch in der Justizvollzugsanstalt zu bewegen. Alles deutete darauf hin, dass der Doppelmörder diesem Treffen wegen seiner schweren Krankheit zustimmen wĂŒrde. „Ich wollte ihn dabei erneut bitten, endlich auszupacken, doch dazu wird es jetzt leider nicht mehr kommen“, sagt der Jurist.

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stad ... bt-in-Haft
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Video-Berichterstattung

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Hier sprechen auch die Eltern von ihrem Leid:

Quelle: MAZTV100

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Re: 2006-Mord an Karen Gaucke und ihrer Tochter Clara

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Re: 2006-Mord an Karen Gaucke und ihrer Tochter Clara

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Artikel aus 2007

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